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Ein verdächtiger Brief von der Versicherung

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Versicherung News

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Ein verdächtiger Brief von der Versicherung?

(verpd) Deutet ein Versicherungsnehmer in einem Schreiben an, jemanden mit der Beseitigung seines stark renovierungsbedürftigen Anwesens beauftragen zu wollen, so darf der Versicherer nach einem anschließenden Brandschaden den Versicherungsschutz verweigern. Können Indizien für einen Versicherungsbetrug ausreichen, um den Versicherungsschutz zu versagen?

Brandstiftung

Die Sache sah zunächst recht eindeutig aus. In einer lauen Sommernacht war die Doppelhaushälfte der späteren Klägerin samt Inventar in Flammen aufgegangen.

Als Ursache des Feuers kam nach den Feststellungen der Kriminalpolizei eindeutig Brandstiftung in Frage. Ein Unbekannter hatte an mehreren Stellen des Hauses Benzin ausgeschüttet und angezündet.

Merkwürdig war allerdings, dass nirgends Einbruchspuren festgestellt werden konnten. Da das Gebäude der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Frau einen eher maroden Eindruck machte, geriet sie in Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben.

Doch in einem Strafverfahren wurde die Klägerin letztlich aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Brandstiftung und des Betrugs freigesprochen.

Verdächtiges Schreiben

Als vermeintliches Opfer einer Brandstiftung verlangte die Frau von ihrer Hausratversicherung die Zahlung von rund 30.000 Euro. Doch diese stellte sich quer.

Denn der Versicherer hatte nach Abschluss des Strafverfahrens von einem verdächtigen Schreiben der Versicherten an ihre Tochter Wind bekommen. In diesem hatte die Hausbesitzerin angedeutet, jemanden mit der Beseitigung des baufälligen Anwesens beauftragen zu wollen.

Das reichte den von der Klägerin im Zivilverfahren angerufenen Richtern aus, die ablehnende Haltung des Versicherers zu bestätigen.

Ebenso wie das in erster Instanz angerufene Landgericht Coburg sahen auch die Richter des Oberlandesgerichts Bamberg nach einer aufwendigen Beweisaufnahme zumindest eine Mitwirkung der Frau an dem Brandschaden als erwiesen an.

Eindeutige Indizien für (Mit-)Täterschaft

Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Brief der Hausbesitzerin an ihre Tochter. Denn das Schreiben enthält nach Ansicht des Gerichts klare Anhaltspunkte für die Absicht der Versicherten, das Haus anzünden lassen zu wollen, so das Gericht.

Zusammen mit den anderen Indizien (fehlende Einbruchspuren, baufälliges Objekt, schwierige wirtschaftliche Verhältnisse) bestehen an der (Mit-)Täterschaft der Klägerin nach Überzeugung der Richter daher keine Zweifel.

Der Versicherer habe daher zu Recht den Versicherungsschutz versagt. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

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