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Unterschied Mercedes und BMW

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Sachversicherung

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Muss ein Teilkasko-Versicherer

grundsätzlich die Kosten für ein entwendetes Markenemblem bezahlen? Kommt es einem Dieb auf die Erlangung einer Sache an, so handelt es sich in jedem Fall um einen durch die Teilkaskoversicherung versicherten Diebstahl. Das gilt auch dann, wenn bei der Tat die Beute zwangsweise zerstört wird.

Das hat das Amtsgericht München in einem Urteil vom 9. Februar 2007 (Az.: 271 C 33125/06) entschieden.

Reine Sachbeschädigung

Der Kläger ist Eigentümer eines Mercedes und eines BMW. Für beide Fahrzeuge besteht bei dem beklagten Versicherer eine Teilkaskoversicherung.

Sowohl von dem BMW als auch von dem Mercedes wurden eines Nachts die Fahrzeugembleme entwendet. Dabei wurden die Autos außerdem beschädigt.

Während der Versicherer für den Schaden am Mercedes ohne Diskussionen einstehen wollte, verweigerte er für den BMW jegliche Schadenzahlung. Denn anders als bei der Nobelkarosse mit dem Stern kann das BMW-Emblem nur dann entwendet werden, wenn es bei der Tat zerstört wird. Daher liegt nach Auffassung des Versicherers am BMW eine durch die Teilkaskoversicherung nicht gedeckte Sachbeschädigung vor.

Das wollte der Fahrzeughalter nicht einsehen und zog vor Gericht. Dort erhielt er Recht.

Siehe auch: Firmenwagen geklaut, Urteil Oberlandesgericht

Was ist versichert?

Durch die Teilkaskoversicherung sind Schäden versichert, die nach einem objektiv vorliegenden Schadenbild auf eine Entwendung des Fahrzeuges oder dessen Teile zurückzuführen sind.

Ein Versicherter muss dabei nicht die gesamte Tat als solches nachweisen. Der Versicherer ist vielmehr bereits dann zur Leistung verpflichtet, wenn sich aus den äußeren Gegebenheiten eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für einen Diebstahl ergibt, so das Gericht.

Versichert sind auch Fälle einer lediglich versuchten Entwendung. Denn ein Versicherungsnehmer, der Opfer eines Diebstahlversuchs wird, darf nach Auffassung des Gerichts nicht schlechter gestellt werden als jemand, bei dem die Tat vollendet wurde.

Statussymbol als Jagdtrophäe

Nach diesen Grundsätzen besteht aber auch für das gestohlene Emblem des BMW Versicherungsschutz. Ob das Emblem bei der Tat zerstört wurde, kann nach Aussage des Gerichts offen bleiben. Denn in dem zu entscheidenden Fall wurden unstreitig am Tatort keine Teile zurückgelassen, sodass davon auszugehen ist, dass es der Täter war, der das Emblem ganz oder in Teilen mitgenommen hat.

Nach Überzeugung des Gerichts verkennt der Versicherer, dass es einem Täter bei der Entwendung eines Markenzeichens zumindest teilweise nicht um dessen wirtschaftlichen Wert, sondern um die Erbeutung eines Statussymbols als Jagdtrophäe geht. Diese kann aber auch in beschädigtem oder zerstörtem Zustand ihrem Zweck genügen.

Bei der Beurteilung der Frage, ob es sich beim Diebstahl eines BMW-Emblems um eine bloße Sachbeschädigung handelt, muss auch davon ausgegangen werden, dass nicht jeder Täter weiß, dass so ein Markenzeichen nur in zerstörtem Zustand gestohlen werden kann. Der Versicherer hätte die Schadenregulierung daher auch aus diesem Grunde nicht verweigern dürfen. (verpd)

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