Dübbert & Partner DAS NETZWERK, Versicherungsprüfung, Anlageprüfung, leistungsorientierte und beitragsoptimierte Tarife, das Auswerten des "Kleingedruckten" durch Fachmakler (biometrische Risiken), Fachanwälte (Bank- und Kapitalmarktrecht), gerichtlich zugelassene Rentenberater.

>Zum Datenschutz finden Sie die Ausführungen hier unter diesem Link<

Beiträge

Drucken

Spieltrieb und Fahrlässigkeit

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Sachversicherung

Bewertung:  / 0
SchwachSuper 

 

Dübbert & Partner DAS Netzwerk. KontaktFachbereiche, Versicherungsmakler & Mehr

Muss ein Neunjähriger

der mit Matschkugeln wirft, damit rechnen, dabei einen größeren Schaden verursachen zu können? Will ein neunjähriger Junge einen Hund durch Werfen von matschigem Lehm vertreiben, muss er nicht damit rechnen, dass durch einen Fehlwurf ein Pferd ernsthaft zu Schaden kommt. Das hat das Landgericht Osnabrück in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil vom 13. Juli 2006 entschieden (Az.: 4 O 473/06).

Wehlwurf

Ein neunjähriger Junge mit seinem Freund auf einem Reiterhof gespielt. Um einen Hund zu vertreiben, bewarfen ihn die Kinder mit Matschkugeln. Doch eine der Kugeln verfehlte ihr Ziel und landete stattdessen am Pfahl einer Pferdeführanlage.

Ein Pferd, welches sich auf der Anlage befand, erschrak dermaßen, dass es hoch stieg und sich schwer verletzte. Durch diesen Zwischenfall war es als Reitpferd nicht mehr zu gebrauchen. Der Pferdehalter verlangte daraufhin von den Eltern beziehungsweise deren Haftpflichtversicherung Schadenersatz in Höhe von knapp 25.000 Euro.

Als sich der Versicherer zu zahlen weigerte, ging die Sache vor Gericht. Doch dort erlitt der Pferdehalter eine Niederlage.

Harmlose Handlung mit schwerwiegenden Konsequenzen

Nach Auffassung des Gerichts muss ein durchschnittlich entwickeltes, neunjähriges Kind nicht damit rechnen, dass sich ein Pferd durch den Wurf einer Matschkugel dermaßen erschrecken kann, dass es sich dabei schwer verletzt.

Einem Kind dieses Alters ist regelmäßig nicht geläufig, dass auch Handlungen, wie etwa das Werfen mit Matschkugeln, die an sich als harmlos gelten, schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen können.

Hinzu kommt, dass das Kind nach Meinung des Gerichts weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt hat. Denn der Fehlwurf galt eindeutig dem Hund und nicht dem Pferd.

Selbst wenn der Neunjährige das Pferd wahrgenommen haben sollte, so war es durch seinen Spieltrieb dermaßen abgelenkt, dass es keinerlei Bewusstsein für eine mögliche Gefährlichkeit seines Handelns entwickeln konnte, so das Gericht. Die Schadenersatzforderungen waren daher mangels Verschulden zurückzuweisen.

Dübbert & Partner DAS Netzwerk. Kontakt, Telefon 030 41402870 , Fachbereiche, Versicherungsmakler & Mehr