Dübbert & Partner DAS NETZWERK, Versicherungsprüfung, Anlageprüfung, leistungsorientierte und beitragsoptimierte Tarife, das Auswerten des "Kleingedruckten" durch Fachmakler (biometrische Risiken), Fachanwälte (Bank- und Kapitalmarktrecht), gerichtlich zugelassene Rentenberater.

>Zum Datenschutz finden Sie die Ausführungen hier unter diesem Link<

Beiträge

Drucken

Kleine Beißereien unter Artgenossen

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Sachversicherung

Bewertung:  / 0
SchwachSuper 

DAS Netzwerk Dübbert & Partner, Kontaktformular,

Kann es rechtlich gesehen ein Fehler sein

die Leine seines angegriffenen Hundes nicht loszulassen? Kommt ein Hundehalter dadurch zu Fall, dass er die Leine seines Hundes nicht loslässt, wenn dieser von einem Artgenossen angegriffen wird, so kann er keinen vollen Schadenersatz erwarten.

Das hat das Landgericht Coburg mit rechtskräftigem Urteil vom 7. Februar 2007 (Az.: 12 O 741/06) entschieden.

Heftiges Gezerre

Die Klägerin machte mit ihren zwei angeleinten Hunden einen Abendspaziergang, als ihnen plötzlich aus der Hecke eines nicht umzäunten Grundstücks ein angriffslustiger Mischlingsrüde entgegenschoss.

Zwischen den Hunden entwickelte sich eine Rauferei, in deren Verlauf die Hunde der Klägerin heftig an den Leinen zerrten. Doch anstatt die Leinen loszulassen, hielt die Hundebesitzerin sie standhaft fest. Mit der Standhaftigkeit war es kurz darauf nichts mehr. Denn wegen des Gezerres fiel die Frau der Länge nach hin.

Während ihre Hunde bei dem Kampf nur unwesentlich verletzt wurden, erlitt die Klägerin einen Kreuzbandriss am linken Knie und wurde außerdem am linken Daumen verletzt.

Schmerzensgeld und Schadenersatz

Das nahm sie zum Anlass, von dem Halter des an greifenden Hundes die Zahlung von Schmerzensgeld und Schadenersatz von mehr als 10.000 Euro zu verlangen.

Doch mit dem Argument, dass sich die Frau die von ihren eigenen Tieren ausgehende Gefahr anrechnen lassen müsse, wollte dieser sich nur zur Hälfte an dem Schaden beteiligen. Im Übrigen hätte sie den Sturz zu einem großen Teil selbst verursacht. Denn hätte sie die Leinen losgelassen, wäre sie auch nicht gestürzt.

Dem wollten die von der Hundebesitzerin angerufenen Richter des Coburger Landgerichts nur zum Teil folgen.

Geringes Mitverschulden

Nach Auffassung der Richter ist es zwar grundsätzlich richtig, dass die Klägerin gestürzt war, weil sie die Leinen ihrer Hunde nicht losgelassen hatte. Trotz allem ist die Gefahr, die von dem freilaufenden, unbeaufsichtigten Hund ausging, weitaus höher zu bewerten.

Der Halter dieses Hundes muss daher hauptsächlich für die Folgen des abendlichen Scharmützels geradestehen, so das Gericht. Allerdings ist nach Ansicht der Richter auch die Klägerin nicht frei von Schuld. Denn es wäre zweifelsohne sinnvoller gewesen, die Leinen ihrer vierbeinigen Lieblinge loszulassen. Dann wäre es zu dem Unfall nicht gekommen.

Das Mitverschulden der Klägerin bewertete das Gericht mit 20 Prozent. (verpd)

Fragen Sie den Experten DAS Netzwerk Dübbert & Partner, Kontaktformular,