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KV, aus einer Kurz eine Weitsichtigkeit wird

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Versicherung News

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Stellt sich nach einer Laserbehandlung der Augen

nicht der vom Patienten erwartete Erfolg ein, ist ein Streit oft vorprogrammiert. Doch muss ein Behandler allen Erwartungshaltungen seiner Patienten entsprechen?

( verpd ) Wird ein Patient von seinem Arzt vor einer Laserbehandlung, von der sich ersterer ein Leben ohne Brille verspricht nicht darüber aufgeklärt, dass das nicht garantiert weden kann, macht sich der Doktor schadenersatzpflichtig. Das gilt auch dann, wenn der Eingriff als solches fehlerfrei durchgeführt wurde.

Das hat das Landgericht Köln mit Urteil vom 16. August 2006 entschieden (Az.: 25 O 335/03).

Geringfügige Kurzsichtigkeit

Die nur geringfügig kurzsichtige Klägerin wollte sich einer sogenannten Lasik-Behandlung unterziehen, mit deren Hilfe unter bestimmten Voraussetzungen eine Fehlsichtigkeit korrigiert werden kann.

Sie versprach sich von der Laseroperation ein Leben ohne Brille. Dieses hatte sie dem Behandler auch wiederholt gesagt.

Doch nach der ambulanten Operation war zwar die Kurzsichtigkeit beseitigt, sodass die Klägerin ohne Brille Auto fahren konnte. Dafür benötigte sie aber eine Lesebrille, weil nach dem Eingriff eine Weitsichtigkeit eingetreten war.

Kein Behandlungsfehler

Die Frau vermutete, dass sie falsch behandelt worden war und verlangte von dem Behandler die Erstattung der von ihr selbst bezahlten Behandlungskosten in Höhe von 4.500 Euro sowie die Zahlung eines Schmerzensgeldes.

Doch dieser war sich keiner Schuld bewusst und wies die Forderungen seiner Patientin als unbegründet zurück. Die Sache ging daraufhin vor Gericht. Dort erhielt die Klägerin Recht.

Nach den Feststellungen eines vom Gericht hinzugezogenen Sachverständigen hatte der Arzt zwar keinen Behandlungsfehler begangen. Die Richter zeigten sich aber überzeugt davon, dass der Behandler die Klägerin nicht deutlich genug über die möglichen Folgen der Operation aufgeklärt hatte. Daher lag rechtlich gesehen keine wirksame Einwilligung der Patientin für den Eingriff vor.

Erhöhte Aufklärungspflicht

Ist aber eine Einwilligung nicht rechtswirksam erteilt, so führt dieses grundsätzlich zur Unzulässigkeit der ärztlichen Behandlung und zur Haftung für deren nachteiligen Folgen. Das gilt nach Aussage des Gerichts selbst dann, wenn die Behandlung selber fehlerfrei durchgeführt wurde.

Insbesondere in Fällen, in denen eine Behandlung nur relativ geboten ist und mehr dem Bedürfnis des Patienten als einer medizinischen Notwendigkeit entspricht, muss ein Behandler den Patienten in umfassender Weise über die Gefahren und Chancen aufklären.

Dazu heißt es in der Urteilsbegründung: Je weniger ein ärztlicher Eingriff medizinisch geboten ist, umso ausführlicher und eindrücklicher muss der Patient, dem dieser Eingriff angeraten wird und den er sich selbst wünscht, über dessen Erfolgsaussichten und etwaige schädliche Folgen informiert werden.

Unzureichende Informationen

Diesen Anforderungen ist der beklagte Arzt nach Überzeugung des Gerichts nicht nachgekommen. Denn nach Aussage des Sachverständigen war es angesichts des Alters der Klägerin bereits vor dem Eingriff unrealistisch, dass sie forthin ohne Lesebrille auskommen würde.

Der Arzt hätte die Patientin darüber aufklären müssen, dass durch die Laseroperation zwar die Kurzsichtigkeit beseitigt werden kann, aber trotz allem eine Weitsichtigkeit zu erwarten ist. Denn die Frau hatte konkret die Erwartungshaltung geäußert, künftig auf eine Sehhilfe verzichten zu können.

Der Beklagte wurde dazu verurteilt, der Klägerin nicht nur die Behandlungskosten zu erstatten, sondern ihr darüber hinaus ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.500 Euro zu zahlen.

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