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Hausratversicherung, Besitzerwechsel italienisch

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Sachversicherung

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Unter welchen Umständen

muss die Hausratversicherung zahlen, wenn einem Urlauber eine wertvolle Uhr vom Handgelenk gerißen wird?

(verpd) Wird einem Urlauber tagsüber in einer belebten Straße eine wertvolle Armbanduhr vom Handgelenk gerißen, so kann sich sein Hausratversicherer nicht darauf berufen, dass es sich um einen Trickdiebstahl mit Überraschungseffekt handelt und eine Entschädigungszahlung verweigern.

Das hat das Oberlandesgericht Köln mit rechtskräftigem Urteil vom 13. März 2007 entschieden und so einem Versicherten zu einer Entschädigung von mehr als 8.000 Euro verholfen (Az.: 9 U 26/05).

Grob fahrlässig

Der Kläger war in Neapel am helllichten Tage mit ortskundigen Einheimischen bei einem Einkaufsbummel, als er plötzlich von hinten angefallen wurde. Der Täter riss ihm seine Rolex-Armbanduhr vom Arm, indem er seine Hand zwischen Uhr und Handgelenk steckte und sein Opfer so lange mit sich zog, bis das Uhrenarmband in Stücke ging.

Bei dem Zwischenfall erlitt der Kläger Hautabschürfungen. Außerdem verstauchte er sich sein Handgelenk.

Als er den Schaden seiner Hausratversicherung meldete, wollte diese nicht zahlen. Weil der Versicherte zum Zeitpunkt der Tat ein kurzärmeliges Hemd getragen hatte, warf ihm sein Versicherer vor, die wertvolle Uhr öffentlich zur Schau gestellt und so grob fahrlässig gehandelt zu haben.

Kein Raub, sondern Trickdiebstahl

Im Übrigen habe es sich bei dem Zwischenfall nicht um einen versicherten Raub, sondern um einen Trickdiebstahl mit Überraschungseffekt gehandelt. Der aber sei nicht Gegenstand einer Hausratversicherung.

Dem wollte das vom Versicherten angerufene Gericht nicht folgen und gab dessen Klage statt.

Weil der Kläger tagsüber auf einer belebten Einkaufstraße in Neapel unterwegs war, hatte er nach Ansicht der Richter keine Veranlassung, die Örtlichkeit als besonders gefährlich einzustufen. Hinzu kam, dass er sich in ortskundiger Begleitung befand.

Nachts herrschen andere Gesetze

Auch die Tatsache, dass der Versicherte bei sommerlichen Temperaturen ein kurzärmeliges Hemd trug und die Uhr so gut zu sehen war, kann man ihm laut Urteilsbegründung nicht als grob fahrlässiges Handeln vorwerfen.

Wegen der gezielten Gewaltanwendung ist im Übrigen von einem Raub und keinem Trickdiebstahl auszugehen, so das Gericht.

Die Richter ließen allerdings durchblicken, dass der Fall dann anders zu beurteilen gewesen wäre, wenn der Kläger bei Dunkelheit auf einer abgelegenen Straße unterwegs gewesen wäre.

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