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Hausratversicherung, Mikrowelle explodiert

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Sachversicherung

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Wer seine Mikrowelle

durch falschen Gebrauch zerstört, obwohl in der Bedienungsanleitung ausdrücklich davor gewarnt wird, verliert nach einem aktuellen Urteil den Schutz seiner Hausratversicherung.

(verpd) Kommt es zu einem Brandschaden, weil ein Versicherungsnehmer die Gebrauchsanweisung eines technischen Gerätes nicht oder nicht gründlich genug gelesen hat, so ist sein Hausratversicherer von der Leistung befreit.

Mit dieser Entscheidung vom 27. April 2007 (Az.: 5 S 48/06) hat das Landgericht Kleve die Hoffnung einer Versicherten auf Regulierung eines Brandschadens von über 750 Euro zunichte gemacht.

Eindeutiger Warnhinweis

Die Frau hatte ein Körnerkissen in ihr Mikrowellengerät gelegt, um es auf diese Weise schnell zu erwärmen. Doch aus warm wurde heiß, und so ging das Kissen innerhalb kürzester Zeit in Flammen auf mit ihm die teure Mikrowelle. Weitere Schäden entstanden zum Glück nicht.

Der Hausratversicherer der Frau lehnte eine Regulierung ab. Er berief sich darauf, dass die Versicherte den Schaden grob fahrlässig im Sinne von Paragraf 61 VVG (Versicherungsvertrags-Gesetz) verursacht habe. Dabei berief er sich auf einen Passus in der Bedienungsanleitung der Mikrowelle: Mit Körnern, Kirschkernen oder Gel gefüllte Kissen nicht im Mikrowellenherd erwärmen. Brandgefahr!.

In dem sich an schließenden Rechtsstreit legte die Versicherte dar, dass sie den Warnhinweis in der über fünfseitigen Gebrauchsanleitung übersehen hatte. Aus diesem Grunde würde auch kein Fall grober Fahrlässigkeit vor liegen.

Keine Revision zugelassen

Das sahen die Klever Richter anders und wiesen die Klage als unbegründet zurück. Auch eine Revision gegen die Entscheidung ließ das Gericht nicht zu.

Wer die Gebrauchsanleitung für ein technisches Gerät nicht oder nur oberflächlich liest, muss sich im Falle eines Schadens den Vorwurf grober Fahrlässigkeit gefallen lassen, so das Gericht. Das gilt insbesondere dann, wenn das Gerät wie im vorliegenden Fall nicht zu seinem eigentlichen Zweck, nämlich der Erwärmung von Speisen und Getränken, sondern zu anderen Dingen genutzt werden soll.

Die Versicherungsnehmerin kann sich auch nicht darauf berufen, die entsprechende Passage der Gebrauchsanweisung übersehen zu haben. Denn der Hinweis war eindeutig und bezog sich genau auf jenen Fall, durch den der Brand letztlich verursacht wurde.

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