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vom Schuhwurf zum Schädel Hirn Trauma

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Sachversicherung

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Schadenersatz an Reiseveranstalter

Unter welchen Umständen Reisende auch nach Ablauf der gesetzlichen Frist noch ein Recht auf Schadenersatz von ihrem Reiseveranstalter haben, hat der Bundesgerichtshof klargestellt.

(verpd) Schätzt ein Reisender die Folgen einer Verletzung falsch ein, so kann er auch noch nach Ablauf der gesetzlichen Ausschlussfrist Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit Urteil vom 12. Juni 2007 (Az.: X ZR 87/06) entschieden.

Wetten, dass ...

Die Klägerin hatte bei einem Reiseveranstalter einen Urlaub in einem Ferienklub gebucht. Dort nahm sie an einer Animationsveranstaltung unter dem Motto Wetten, dass... teil. Bei der Wette ging es darum, dass die Teilnehmer innerhalb von zwei Minuten 60 verschiedene Schuhe einsammeln sollten.

Das Publikum warf daraufhin wie wild Schuhe auf die Bühne. Dabei wurde die Klägerin, die in der ersten Reihe saß, von dem spitzen Absatz eines Schuhs am Hinterkopf getroffen.

Unmittelbar nach Rückkehr aus dem Urlaub begab sich die Frau zu ihrem Hausarzt. Dieser stellte eine leichte Gehirnerschütterung aufgrund des Schuhwurfs fest. Die Beschwerden klangen innerhalb von zwei Wochen nach dem Unfall ab.

Die Klägerin hielt die Sache daher für harmlos und verzichtete darauf, Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend zu machen.

Schlimmer als gedacht

Als sich einige Monate nach dem Vorfall Kopfschmerzattacken sowie Sprach- und Koordinationsstörungen einstellten, wurde bei einer ausführlichen Untersuchung im Krankenhaus festgestellt, dass der Schuhwurf doch folgenreicher gewesen war, als von der Klägerin angenommen.

Wegen des erlittenen Schädel-Hirn-Traumas forderte sie den Reiseveranstalter daher zur Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld auf.

Doch dieser lehnte unter Hinweis auf Paragraf 651g Absatz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) jegliche Zahlungen ab. Denn seines Erachtens waren die Ansprüche der Klägerin verwirkt, weil sie die Forderungen nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Einmonatsfrist geltend gemacht hatte.

Fristversäumnis nicht verschuldet

Der BGH sah das anders und wies den Fall zur Klärung noch offener Fragen an das Berufungsgericht zurück.

Grundsätzlich, so der BGH, ist eine Haftung des Reiseveranstalters zu bejahen, weil der Unfall Folge eines Reise-Mängel war. Der Veranstalter beziehungsweise seine Erfüllungsgehilfen hätten durch Verbot verhindern müssen, dass aus dem Publikum heraus Schuhe auf die Bühne geworfen werden. Denn es sei naheliegend, dass damit eine Verletzungsgefahr für Unbeteiligte verbunden war.

Im Übrigen wurden die Forderungen durch die Klägerin trotz des Versäumnisses der gesetzlich vorgeschriebenen Einmonatsfrist nach Ansicht der Richter rechtzeitig geltend gemacht. Denn sie durfte anfangs zu Recht davon ausgehen, lediglich eine harmlose Gehirnerschütterung erlitten zu haben. An der Versäumnis der Frist trifft sie daher kein Verschulden.

Da es der Reiseveranstalter nach Feststellungen des Gerichts versäumt hatte, die Klägerin auf die gesetzliche Ausschlussfrist hinzuweisen, war der Klage auch aus diesem Grund statt zugeben.

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