31. Juli 2007
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und Geschäftsberichte lesen
wenn Sie sich mit Aktien befassen, werden Sie als Anleger irgendwann nicht darum herum kommen, in die Geschäftsberichte von Unternehmen zu schauen. Denn diese geben Ihnen erst das umfassende Bild eines Unternehmens.
Allerdings: Geschäftsberichte muss man richtig lesen können.
Vieles steht nämlich in den Hochglanzbroschüren zwischen den Zeilen. Geschäftsberichte sollten Sie daher stets kritisch, ja sogar mit einer gewissen Skepsis betrachten. Wie das geht, zeigen wir Ihnen.
Was Sie als Anleger vor allem interessieren sollte, ist das Zahlenwerk des Geschäftsberichts.
Tipp aus dem Praxishandbuch: Der Geldanlage-Berater
Die wichtigsten Inhalte für die erste Grobinformation finden Sie gewöhnlich auf den Umschlagklappen der Geschäftsberichte. Dort stehen meist zusammengefasst: Ergebnisse, Ziele, Finanz-Highlights usw.
Das Vorwort des Vorstandsvorsitzenden bildet in der Regel den Anfang
eines jeden Jahresberichts. Es zeigt, welche wichtigen Ergebnisse das Vorjahr beeinflusst haben, welche Entscheidungen des Management getroffen hat und es nennt die langfristigen Unternehmensziele. Sie sollten aber die bisweilen etwas geschönte Selbstdarstellung nicht unkritisch lesen, sondern besonders die teilweise versteckten Risikohinweise beachten. Zum Beispiel: Hinweise auf etwaige Probleme auf den Beschaffungs - oder Absatzmärkten.
Tipp aus dem Praxishandbuch Der Geldanlage-Berater
Sammeln Sie die Geschäfts- und Quartalsberichte bzw. Halbjahresberichte von Ihrem Unternehmen, und vergleichen Sie sorgfältig, wie die konkreten Probleme und Perspektiven in der Vergangenheit dargestellt wurden und analysieren Sie etwaige Abweichungen.
Professionelle Analysten achten auch auf so genannte Soft Facts
in den Veröffentlichungen von Unternehmen. Diese können zum Beispiel sein: die Darstellungen von spektakulären Marketing - Trends oder Berichte über Fertigungsinnovationen usw.
Als Einzelaktionäre werden Sie sicher auch einen Blick auf die Entwicklung der Anteilscheine werfen wollen. Hier finden Sie unter anderem Hinweise auf Aktienrückkaufprogramme.
Der Zahlenteil des Geschäftsberichts beginnt mit der Bilanz,
die Ihnen einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der jeweiligen Aktiengesellschaft verschafft. Das Prinzip ist einfach: Im Rahmen der geforderten doppelten Buchführung müssen die so genannte Aktivseite und die Passivseite der Bilanz in den Endsummen übereinstimmen.
Die Aktivseite zeigt Ihnen, wofür ein Unternehmen sein Geld verwendet.
Die etwas umfangreichere Passivseite gibt Auskunft, woher das Geld stammt. Die so genannte Eigenkapitalquote gibt Ihnen meist gute Hinweise. Sie wird von den Banken benutzt, um etwa das Kreditrisiko eines Kunden zu bewerten. Berechnet wird die Quote, indem Sie die Höhe des Eigenkapitals ins Verhältnis zur gesamten Bilanzsumme stellen. Mit Skepsis sollten Sie grundsätzlich alle Unternehmen betrachten, bei denen die Eigenkapitalquote über mehrere Jahre hinweg unter 20 Prozent liegt, meint der Geldanlage - Berater.
Auch den so genannten Deckungsgrad sollten Sie für die Bewertung
des Unternehmens berücksichtigen. Er sagt aus, ob das Anlagevermögen ( langfristige Aktiva ) durch das Eigenkapital abgedeckt wird. Berechnet wird die Quote mit der simplen Formel: Eigenkapital geteilt durch Anlagevermögen. Ist die Relation größer als 1, so spricht das für das Unternehmen.
Tipp aus dem Praxishandbuch: Der Geldanlage-Berater
Einen eher unscheinbaren Posten sollten Sie sich auf jeden Fall genauer anschauen: die Rückstellungen. Dabei handelt es sich um Geld, das der Vorstand für bestimmte Zwecke zurückgelegt hat. Das könnten zum Beispiel sein: Steuerforderungen, Pensionszusagen, Schadensersatzforderungen, Garantiefälle oder geplante Übernahmen. In diesen Rückstellungen stecken bisweilen Millionen- oder sogar Milliardenbeträge sie werden weder an die Aktionäre ausgeschüttet noch fließen sie in neue Technologien.
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zeigt Ihnen,
ob ein Unternehmen rentabel gearbeitet hat und wie sich Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr entwickelt haben. Wichtige Fragen sind: Gibt es außerordentliche Gewinne oder Verluste, die den Vorjahresvergleich und die Aussagekraft des Ergebnisses relativieren und bestehen gravierende Risiken, die wohl möglich das Fortführen des Betriebes gefährden ? Oder:
Haben sich die betrieblichen Aufwendungen und Erträge deutlich verändert und warum?
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