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ein schlechter rat kostet ein Vermögen
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Schlechter Rat kann das Vermögen kosten

Dafür haben auch die Bürokraten der Europäischen Union offenkundig Verständnis. Die MiFID gilt nur für Teile der Finanzindustrie; die freien Vermittler müssen ihre Provisionen auch in Zukunft nicht offenlegen, so dass vielen Privatleuten weiterhin verschwiegen werden kann, dass Immobilien im Schnitt dreimal so viel Provisionen wie Investmentfonds bringen.

Genauso sieht das Spiel bei Geldanlagen aus.

Wenn es um die Entscheidung geht, wie eine Schenkung oder ein Erbe angelegt werden soll, ist guter Rat teuer, doch schlechter Rat kann das Vermögen kosten. Der Verkauf von Anleihen bringt einem Verkäufer durchschnittlich ein Prozent der Anlagesumme. Bei der Vermittlung von Investmentfonds winken Ausgabeaufschläge von 2,5 bis 5 Prozent. Das sind Krumen im Vergleich zum Verkauf von Beteiligungen. Windkraftwerke bringen 5 Prozent, und bei Schiffen gibt es 6 bis 8 Prozent. Bei diesen Differenzen kommt es folglich nicht darauf an, welche Produkte dem Anleger zu empfehlen sind. Stattdessen geht es eher um die Frage, wie dem Investor eine Beteiligung so schmackhaft wird, dass nicht viel gefragt, sondern herzhaft zugegriffen wird.

Einmalige Gebühren

bei der standardisierten Vermögensverwaltung. Bei den Beteiligungen bleibt die MiFID ein zahnloser Papiertiger, doch bei der Vermögensverwaltung kann das Paragraphenmonster in Zukunft vielleicht etwas Licht ins Dunkel bringen, weil die Geldverwalter ihre Gebühren und Honorare seit dem 1. November 2008 offenlegen müssen. Wenn ein Privatmann künftig 100.000 Euro verwalten lassen will, müssen alle Verwalter sagen, wie viel Geld sie bekommen. Das kann beim individuellen Depot jährlich ein Prozent sein, so dass im Laufe von zehn Jahren schätzungsweise 10.000 Euro anfallen.

Bei der standardisierten Vermögensverwaltung,

die auf Investmentfonds aufbaut, fallen in der Regel einmalige Gebühren von 5 Prozent und laufende Kosten von 0,75 Prozent im Jahr an, so dass im selben Zeitraum voraussichtlich 12.500 Euro zusammenkommen. Das bedeutet bei kühler Analyse, dass der Fondsmanager bessere Ergebnisse als der Vermögensverwalter abliefern muss, damit sich die Sache für den Anleger rechnet. Das steht jedoch in den Sternen, so dass sich Investoren nicht nur mit den Kosten, sondern auch mit der Frage beschäftigen sollten, wer die besseren Leistungen abliefern wird.

Allein auf weiter Flur

Die Statistiken belegen in aller Deutlichkeit, dass aktive Vermögensverwalter ihre Märkte auf Dauer nur in Ausnahmefällen schlagen. Vor diesem Hintergrund sind passive Indexfonds in vielen Fällen die bessere Wahl. Auf diese Lösung müssen die Anleger freilich selbst kommen. Die MiFID hilft ihnen nur mit dem Hinweis, dass die börsengehandelten Indexfonds während der zehn Jahre etwa 3000 Euro kosten.

Bei der Verrentung von Geld steht jeder Anleger wieder allein auf weiter Flur.

Wenn es um die Frage geht, wie Kapital so angelegt werden soll, dass bis zum Lebensende regelmäßig und sicher Geld aufs Konto kommt, bieten viele Banken und Versicherer ihre Dienste an. Das ist kein Wunder, weil Senioren im Ruf stehen, ihren Beratern nicht viele und schon gar keine kritischen Fragen zu stellen. Das wäre aber nötig, weil die Chancen und Risiken eines Mischfonds, einer Rentenversicherung oder eines Windkraftwerkes, um drei Beispiele zu nennen, sehr unterschiedlich sind. Genauso unterschiedlich sind aber auch die Provisionen. Bei dem Windkraftwerk gibt es mit Abstand am meisten Provision, so dass sich die Anleger nicht wundern sollten, wenn ein Berater mit diesem Produkt viel Wind macht.

Zur Veröffentlichung auf unserer Homepage freigegeben vom Autor: Volker Looman, Finanzanalytiker

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