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So nutzen Ärzte Ihren Status

als Privatpatient aus. Sie sind privat versichert und haben sich bisher auch immer gut betreut gefühlt. Es gab keine Probleme mit seltenen Untersuchungsmethoden, neueste Medikamente wurden Ihnen verschrieben, Kontrollbestimmungen der Blutwerte regelmäßig durchgeführt.

Aber: War bei den Untersuchungen

alles sinnvoll und notwendig? Provokativ gesagt: Ohne Privatpatienten wäre manche Praxis pleite, Ärzte sind auf die Einnahmen aus der privaten Krankenversicherung angewiesen. Und jede zusätzliche Untersuchung und Behandlung bringt Geld. Wo bleiben Sie da als Patient? Werden Sie als Privatpatient zum Opfer der Ärzte? Mehr zu diesem Thema und was Sie gegen solche Tendenzen unternehmen können erfahren Sie im folgenden Artikel.

Als Privatpatient gefährlicher?

Es gibt sie wohl tatsächlich, die Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatient. Bisher allerdings war die gängige Meinung, dass der Kassen versicherte der Patient 2. Klasse" sei. Denn der Versichertenstatus hat Einfluss auf die Behandlung. Kassenpatienten belasten bei vielfachen Besuchen in der Hausarztpraxis das Budget der jeweiligen Praxis, denn die Leistungen sind meist schon mit einem Besuch im Quartal abgegolten. Ein Privatpatient dagegen bezahlt jede Leistung einzeln. Und so wird der bisher scheinbar bevorzugt behandelte Privatpatient zum Opfer" der Ärzte.

So nutzen Ärzte Ihren Status als Privatpatient aus

Es gibt einige aktuelle Untersuchungen über unterschiedliche Behandlungsweisen der unterschiedlich versicherten Patienten mit einigen provokanten Ergebnissen. Diese sind teilweise von den privaten Krankenversicherungen initiiert.

  1. Privatpatienten werden seltener in Kliniken eingewiesen als gesetzlich
    Kranken versicherte. Die niedergelassenen Kollegen schöpfen erst alle
    ihnen möglichen Untersuchungen und Therapieansätze aus.

  2. Jedes Jahr steigt die Menge der ambulanten Leistungen bei den Privatpatienten um ca. 4 %. Dies geschieht nicht aufgrund von realen Preissteigerungen, sondern durch eine Zunahme von Diagnostik und Therapie. Denn der Gebührenordnungskatalog für Ärzte ist festgelegt und lässt außer dem Multiplikationsfaktor für einen hohen Aufwand keinen Spielraum bei der Preisgestaltung".

  3. Ein Privatpatient bekommt deutlich häufiger neu entwickelte Arzneimittel verordnet. Diese meist mit einem besseren Wirkungsprofil, aber auch mit höheren Ausgaben. Gelegentlich werden diese Medikamente aber als so genannte Scheininnovationen" später wieder aussortiert, das altbewährte und preiswertere Mittel wird weiter verschrieben.

Zusammenfassend

kommen so manche Kassenvertreter zu der Überzeugung, dass der Versichertenstatus ausgenutzt wird und eine Überversorgung beim Privatversicherten betrieben wird  das teilweise sogar mit Risiken für den Patienten. Eine zusätzliche Laboruntersuchung wird niemanden gefährden. Handelt es sich jedoch um eine leichtfertig" angeordnete Herzkatheteruntersuchung, sieht das Komplikationsrisiko schon anders aus.

So können Sie sich als Privatpatient schützen

Sie müssen sich an allen Prozessen beteiligen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt alle geplanten Maßnahmen, unabhängig davon, wie Sie versichert sind. Hinterfragen Sie kritisch die Notwendigkeit aller Schritte. Informieren Sie sich über Ihre Symptome oder auch Ihre Erkrankung, über im Allgemeinen notwendige diagnostische Maßnahmen und erforderliche Therapien. Fordern Sie von Ihrem Arzt eine verständliche Beratung und Aufklärung. Siehe auch: neue Arzneimittelverordnung

Sind Sie ausreichend informiert?

Diese Fragen sollten Sie sich vor dem nächsten Arztbesuch selbst stellen:

  1. Ist Ihnen die Ursache Ihrer Beschwerden bekannt, und können Sie sich darunter etwas vorstellen?

  2. Wissen Sie, welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen und kennen Sie deren Ziele?

  3. Hat Ihr Arzt die vorgeschlagene Therapiemaßnahme begründet, und haben Sie diese Begründung verstanden?

Übrigens:

Trotz aller Gerüchte und Mutmaßungen:

30 % der Leistungen für Kassenpatienten erbringen die bundesdeutschen Ärzte momentan ohne Honorar  das spricht nicht für Beutelschneiderei", sondern für verantwortungsvolles ärztliches Handeln. Und das sollten Sie auch als Privatpatient Ihrem Arzt zunächst einmal unterstellen!

"Mit freundlicher Genehmigung: Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, www.vnr.de"

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