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Grundsicherung, die Schadensbegrenzung

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Vorsorge

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Grundsicherung kann nicht Ziel des Lebens sein

Altersarmut, Niedriglohnsektor, Generation Praktikum

Der Chef der Deutschen Rentenversicherung Herbert Rische befürchtet eine Kollaps der Sozialsysteme. Zitat" wenn der Niedriglohnsektor weiter so wächst, können sie jedes lohnbezogenene Sozialsystem in die Tonne treten". Zitat Ende.

Damit dürfte der nachstehende Text sich selber Lügen strafen und bereits 2011 überholt sein..

Riester-Rente und Altersarmut

Nach den jüngsten Irritationen um die Frage, ob sich eine Riester-Rente rentiert, ist das Bundesfinanz Ministerium um Aufklärung bemüht: Die sechs Irrtümer zur Riester-Rente.

Nach der jüngsten kritischen Diskussion

über die finanziellen Vorteile einer Riester-Rente versucht das Bundesfinanz Ministerium (BMF) mit Irrtümern aufzuräumen und mehr Klarheit beim Erfolgsmodell Riester-Rente zu schaffen.

Wie schon das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) betont das BMF, dass vor allem Geringverdiener und kinderreiche Familien von den hohen staatlichen Förderungen der Riester-Rente profitieren. Diese Meinung wird auch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geteilt, zumal der Anteil staatlicher Zulagen am Gesamtbetrag bis zu 90 Prozent erreichen kann.

Der BMF-Mitteilung zufolge setzen seit 2002 rund zehn Millionen Menschen auf die Riester-Rente als private Altersvorsorge. 2011 sollen es bereits 14 Millionen Riester-Verträge sein.  Die im GDV zusammengeschlossenen Lebensversicherer konnten nach eigenen Aussagen allein im vergangenen Jahr 2,1 Millionen neue Riester-Verträge abschließen, davon rund ein Drittel im letzten Quartal.

Riester Rente senkt nicht das Alterseinkommen aller

Falsch ist nach Aussage des BMF die Aussage, dass die Riester-Rente das Alterseinkommen aller senkt, die allein auf die gesetzliche Rentenversicherung angewiesen sind. Richtig sei vielmehr, dass die Rentenanpassungen durch die so genannte Riester Treppe gedämpft werde.

Diese Maßnahme sei Teil der Rentenreform 2001 gewesen, die wegen der demografischen Entwicklung den Beitragsanstieg begrenzen und so zu mehr Generationen-Gerechtigkeit führen sollte.

Ziel ist nicht Vermeidung von Altersarmut

Die Vermeidung von Altersarmut ist dem BMF zufolge nicht das Ziel der Riester Rente. Auch solche Aussagen seien falsch.

Mit der Riester Rente sei vielmehr für die Versicherten die Möglichkeit geschaffen worden, die Verringerung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung kompensieren zu können.

Und gerade mit der staatlichen Förderung sollten auch Geringverdiener und Familien in die Lage versetzt werden, eine entsprechende Vorsorge aufzubauen, ohne den einzelnen finanziell zu überfordern.

Gerade Geringverdiener sollten mitmachen

Die Argumentation, dass sich für Geringverdiener eine Riester Rente nicht lohnt, weil sie später im Rentenalter bei der Grundsicherung verrechnet wird, will das Finanzministerium ebenfalls nicht gelten lassen.

Eine solche These zeige nicht nur mangelnde Kenntnis der relevanten Zusammenhänge, sondern eine bedenkliche Grundeinstellung und ein äußerst negatives Menschenbild, erklärte das Ministerium. Ob man im Alter hilfsbedürftig sein werde, wisse man nicht im Voraus.

Auch die Aussage, die Lage der Ärmeren werde durch die Riester-Rente noch verschlechtert, entbehre jeder Grundlage, meint das BMF. Angesichts des notwendigen Demografie Faktors sei die Einführung der Riester Rente vielmehr eine deutliche sozialpolitische Verbesserung.

Alle werden durch die Riester Treppe gleich getroffen

Unsinnig sei auch die Annahme, dass die Rente einer Verkäuferin sinke, weil ihr Verkaufschef eine Riester-Rente abgeschlossen habe, erklärte das Ministerium. Die Dämpfung der Rentenanpassung durch die Riester-Treppe wirkt beim Verkaufschef ebenso wie bei der Verkäuferin.

Auch dürfte eine Verkäuferin beim Abschluss eine Riester-Rente eine deutlich höhere Förderquote erreichen als ihr Verkaufschef, wobei sie sich dann relativ besser stellen würde.

Keine massive Inanspruchnahme der Grundsicherung

Das Ministerium tritt auch Behauptungen entgegen, dass sich die Zahl der auf die Grundsicherung angewiesenen, über 65 Jahre alten Menschen dramatisch erhöhen wird.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes bezogen im Jahr 2006 knapp 2,3 Prozent der über 65-Jährigen eine Grundsicherung im Alter.

Eine Schätzung mit Werten von über zehn Prozent sei unseriös und trage nur zur Verunsicherung im Bereich der Alterssicherung bei, erklärte das Finanzministerium. (verpd)

Anmerkung:

Dübbert und Partner, DAS Netzwerk der Altersvorsorgeberater, Versicherungsmakler und Finanzdienstleister. Wir gehen davon aus, dass die Erwerbsbiographien der heute 65 jährigen Rentner eine (fast) lückenlose Beschäftigung nachweisen. Das dürfte sich für künftige Jahrgänge und nachfolgende Generationen dramatisch ändern. Heutige berufliche Lebenswege sind zu Patchworks Lebensläufe gekonmmen. Ausbildung, Studium, angestellt, arbeitslos, selbständig, etc. sind in beliebiger Reihenfolge veränderbar. Da zu kommen die Niedriglohnarbeiter.

Viele Arbeitnehmer stehen bereits mit 45 Jahren vor dem Risiko der Arbeitslosigkeit. Arbeiten bis 67 Jahren. Weder beschönigen noch dramatisieren hilft wirklich weiter. Die Realität wirft für die Zukunft ein anders Bild auf, als es im Moment die noch (fast) "heile Rentnerwelt" von heute betrifft.

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