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kein Auftrag und doch operiert

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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Operation ohne Auftrag

Muss ein Arzt eine Operation abbrechen, wenn er während des Eingriffs feststellt, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, die vorher nicht mit dem Patienten abgesprochen wurden?

Stellt sich während einer Operation heraus

dass ein zusätzlicher Eingriff nötig ist, über den der Patient vorher nicht aufgeklärt wurde, so darf der Arzt von einer mutmaßlichen Einwilligung des Patienten ausgehen und muss die Operation nicht abbrechen. Das hat das Oberlandesgericht Naumburg in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil entschieden (Az.: 1 U 11/07).

Mehr operiert als abgesprochen

Eine Frau hatte sich wegen einer entzündeten Zahnwurzel in ärztliche Behandlung begeben. Nachdem entzündungshemmende Maßnahmen nicht anschlugen, sah sich der Arzt zu einer chirurgischen Wurzelspitzenresektion veranlasst.

Nachdem er seine Patientin über die Risiken des Eingriffs aufgeklärt hatte, erklärte sich diese mit der Operation einverstanden.

Doch während des Eingriffs entdeckte der Zahnarzt an dem betreffenden Zahn eine Knochenzyste, die auf den zuvor gemachten Röntgenbildern nicht zu erkennen gewesen war. Er erweiterte daraufhin den Eingriff und entfernte nicht nur die Wurzelspitze, sondern auch die Zyste.

Mutmaßliche Einwilligung

Doch die Patientin war mit der Arbeit ihres Arztes nicht zufrieden. Sie klagte über andauernde Beschwerden und zog gegen ihren Arzt vor Gericht. Dort trug sie vor, dass der Arzt die Zyste nicht eigenmächtig und ohne vorherige Aufklärung hätte entfernen dürfen. Sie verklagte ihn daher auf Zahlung von Schadenersatz. Doch hiermit hatte sie keinen Erfolg.

Nach Ansicht des Gerichts durfte der Arzt nämlich von einer mutmaßlichen Einwilligung seiner Patientin ausgehen. Er war daher nicht dazu verpflichtet, die begonnene Operation nach Entdeckung der Zyste abzubrechen, um der Klägerin die vorgefundene Situation und den dadurch erforderlichen zusätzlichen Eingriff zu erläutern.

Zur Vermeidung einer zweiten Operation

Das Gericht zeigte sich überzeugt davon, dass der Arzt vor Beginn der Operation unmöglich wissen konnte, dass eine derartige Operationserweiterung erforderlich sein würde. Die Zystenentfernung war aber medizinisch zwingend geboten und hätte auf jeden Fall einen zweiten Eingriff erfordert, wenn der Arzt die Operation abgebrochen hätte.

Der Mediziner durfte daher davon ausgehen, dass seine Patientin bereit war, die geringen zusätzlichen Risiken einer sofortigen Zystenentfernung auf sich zu nehmen, statt die erheblich höheren Risiken und Belastungen einer späteren zweiten Operation. (verpd)

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