23. September 2008
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Versicherungen -
Versicherung News
Deutsche verlieren Vertrauen in soziale Sicherungssysteme
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Inflationssorgen hatten die Bundesbürger schon immer. Inwieweit sie auch Altersarmut oder schwere Krankheit fürchten, zeigt eine aktuelle Umfrage.
Preisstabilität ist in Deutschland von je her ein hohes Gut.
Die persönlichen Erfahrungen und nicht abreißende Berichte in den Medien über steigende Energie- und Lebensmittelpreise rufen in der Bevölkerung große Sorgen hervor. Im persönlichen Bereich ist es die Angst vor einer schweren Krankheit, zum Pflegefall zu werden sowie im Alter den Lebensstandard nicht halten zu können.
Nach einer Langzeitstudie eines Versicherers über „Die Ängste der Deutschen 2008“, die seit 18 Jahren durchgeführt wird, haben die Bürger die meiste Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten. So schnellte die Inflationsangst um zehn Prozentpunkte nach oben auf 76 Prozent.
Zugleich macht sich Pessimismus breit, was die wirtschaftliche Lage angeht. Hier befürchten 58 Prozent der 2.400 befragten Bürger eine schlechtere wirtschaftliche Entwicklung – ebenfalls ein Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Im persönlichen Umfeld ist die Gesundheit das Topthema
Im persönlichen Bereich nehmen die Sorgen um die eigene Gesundheit einen unverändert hohen Stellenwert ein. Die Diskussionen um Gesundheits- und Pflegereform tun ein Übriges.
Die Furcht, im Alter zum Pflegefall zu werden oder sich einer schwerer Erkrankung gegenüberzusehen, sitzt wie im Vorjahr unverändert bei mehr als jedem zweiten Deutschen tief.
Dagegen haben die Zweifel unter den Deutschen um drei Prozentpunkte auf mehr als 40 Prozent zugenommen, im Alter noch den Lebensstandard bewahren zu können.
Soziale Sicherungssysteme werden in Zweifel gezogen
Für Professor Manfred Schmidt von der Universität Heidelberg kommen die Ergebnisse beim Thema Gesundheit nicht überraschend. „In Deutschland ist die Alterung der Bevölkerung sehr weit fortgeschritten. Die Ängste vor dem Pflegefall-Risiko sind somit ganz real“, sagte der Politologe.
Zudem befürchteten viele, dass die staatlichen Sicherungssysteme im Pflege- und Krankheitsfall nicht ausreichten. Auf der anderen Seite bestehe die Sorge, dass die dann einzusetzenden eigenen finanziellen Mittel auch nicht hinreichten.
Im Langzeitvergleich wird die Entwicklung besonders deutlich. Zu Beginn der Studie im Jahr 1991 fürchteten sich nur 22 Prozent vor einer schweren Erkrankung und 30 Prozent sorgten sich, zum Pflegefall zu werden.
Gefühle Wirtschaftslage schlechter als die reale
Die steigenden Lebenshaltungskosten wirken sich nach Aussage von Professor Schmidt auch auf die Bewertung der Wirtschaftslage aus.
„Es gibt eine erhebliche Diskrepanz zwischen der realen Konjunktur und der gefühlten.“ Die gefühlte Wirtschaftslage habe sich sehr verschlechtert, obwohl die gesamtwirtschaftliche Lage noch vergleichsweise gut sei, erläuterte Schmidt.
Furch vor Naturkatastrophen sitzt tief
Starkregen, Überschwemmungen und Hagelstürme sorgen dafür, dass die Angst der Deutschen vor Naturkatstrophen mit 58 (Vorjahr 57) Prozent auf sehr hohem Niveau verharrt.
Dagegen nahmen die Ängste vor dem Terrorismus deutlich ab. Mit noch 41 Prozent fiel der Wert um neun Prozentpunkte geringer aus als noch im Vorjahr. (verpd)
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