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Krank im Urlaub

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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Krank im Urlaub, was ist mit dem Krankentagegeld?

Es ist ärgerlich genug, im Urlaub krank zu werden. Dass Unwissenheit zudem auch noch das Krankengeld kosten kann, zeigt ein vom Hessischen Landessozialgericht entschiedener Fall.

Krank geworden im Urlaub

Wird ein Arbeitnehmer während eines Aufenthalts im Ausland krank, so reicht es nicht, dass er seinen Arbeitgeber informiert. Will er Krankengeld beanspruchen, weil die Erkrankung möglicherweise längere Zeit anhält, so muss er auch seine Krankenkasse benachrichtigen. Das hat das Hessische Landessozialgericht mit einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: L 8 KR 169/06).

Der 60-jährige gebürtiger Spanier wollte zusammen mit seiner Frau in seinem Heimatland seinen Jahresurlaub verbringen. Während dieses Urlaubs erkrankte er an einem Rückenleiden. Der behandelnde spanische Arzt schrieb den Kläger in der Folgezeit für insgesamt 17 Monate krank.

Der Kläger informierte während dieser Zeit zwar regelmäßig seinen Arbeitgeber über seinen Gesundheitszustand und übersandte ihm Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen. Seine Krankenkasse benachrichtigte er hingegen nicht.

Hinweis auf Formalien

Das sollte sich als Fehler herausstellen. Denn als er nach seiner Rückkehr nach Deutschland die Krankenkasse zur Zahlung von insgesamt 72.000 Euro Krankengeld aufforderte, wurden dies abgelehnt.

Zur Begründung berief sich die Kasse auf eine europarechtliche Verordnung, nach welcher der Kläger seine Arbeitsunfähigkeit spätestens drei Tage nach Beginn beim spanischen Träger der Krankenversicherung hätte anzeigen müssen. Dieses sei ihm wegen einer einige Jahre zuvor bereits schon einmal in Spanien erlittenen Krankheit auch bekannt gewesen.

Mit seiner hiergegen gerichteten Klage hatte der Mann keinen Erfolg. Sie wurde von den Richtern des Hessischen Landessozialgerichts als unbegründet zurückgewiesen.

Hätte der Kläger die Formalien beachtet und den Träger der spanischen Krankenversicherung informiert, so wäre dieser dazu verpflichtet gewesen, nach einer Kontrolluntersuchung die deutsche Krankenkasse des Klägers zu benachrichtigen – so das Gericht.

Unglaubwürdige Behauptung

Der Kasse wäre dadurch die Möglichkeit eingeräumt worden, eine Untersuchung des Versicherten durch einen Arzt ihrer Wahl zu veranlassen. Durch das Verhalten des Klägers wurde ihr diese Chance jedoch genommen.

Als nicht glaubhaft bezeichneten die Richter den Einwand des Klägers, dass ihm das spanische Gesundheitsamt angeblich mitgeteilt habe, dass er lediglich seinem Arbeitgeber die Krankschreibungen zuschicken müsse. Denn schließlich habe er während der gesamten Zeit seiner Erkrankung kein Krankengeld erhalten und sich dennoch erst nach seiner Rückkehr bei seiner Krankenkasse gemeldet.

Auch den Einwand des Klägers, dass er davon ausgegangen sei, dass sein Arbeitgeber die Krankenkasse informieren werde, ließ das Gericht nicht gelten. Denn es ist nicht Sache der Krankenkasse, wenn ein Arbeitgeber Krankmeldungen nicht an sie weiterleitet.

Das Gericht ließ keine Revision gegen seine Entscheidung zu.

Lohnfortzahlung ja, Krankengeld nein

Ergo: Der Arbeitgeber des Klägers war zwar im Rahmen der Lohnfortzahlung dazu verpflichtet, dem Kläger für begrenzte Zeit seinen Lohn weiterzuzahlen und die Zeit der Erkrankung nicht auf seinen Jahresurlaub anzurechnen.

Krankengeld durch seine Krankenkasse hätte der Kläger hingegen nur dann erwarten können, wenn er die Formalien zur Krankmeldung eingehalten hätte, auch wenn diese vermutlich nur wenigen bekannt sind. (verpd)

Gleiches gilt auch für den Anspruch von Kankentagegeld in der privaten Krankenversicherung.

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