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Berufsunfähig wegen Stress

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Vorsorge

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Berufsunfähigkeitsrente

wegen berufsbedingtem Stress

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat sich mit der Frage befasst, unter welchen Voraussetzungen ein Berufsunfähigkeitsversicherer seine Zahlungen einstellen darf, wenn sich der Gesundheitszustand des Versicherten verbessert hat.

Auch wenn sich bei der Überprüfung

eines laufenden Leistungsfall herausstellt, dass sich der Gesundheitszustand eines Versicherten wesentlich gebessert hat, ist ein Berufsunfähigkeits-Versicherer nicht automatisch dazu berechtigt, seine Zahlungen einzustellen. Er hat vielmehr zu überprüfen, in welchem Umfang sich die verbesserte Leistungsfähigkeit des Versicherten auf dessen Fähigkeit, seinen Beruf ausüben zu können, auswirkt, so das Oberlandesgericht Karlsruhe in einer jetzt veröffentlichten Entscheidung (Az.: 12 U 22/08).

Ein Mann hatte im Jahr 1990 bei dem beklagten Versicherer eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung abgeschlossen. Es war vereinbart, dass der Versicherer bei einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent 100 Prozent der vereinbarten Rente zahlen sollte.

Siehe auch: Leistungen der PKV bei Depressionen

Burnout-Syndrom

Im Jahr 2001 erkrankte er im Zusammenhang mit einem Burnout-Syndrom an einer schweren depressiven Störung, welche unter anderem eine stationäre Behandlung erforderlich machte. Von den behandelnden Ärzten wurde ihm eine Berufsunfähigkeit von 70 Prozent attestiert.

Der Berufsunfähigkeits-Versicherer erkannte seine Leistungsverpflichtung an und zahlte ab dem 1.9.2001 die vereinbarte Rente. Im Jahr 2002 und 2003 machte der Versicherer von seinem Recht auf Nachprüfung Gebrauch. Dabei wurde dem Versicherten eine anhaltende Berufsunfähigkeit mit einem Grad zwischen 75 und 80 Prozent bescheinigt.

Verbesserung des Gesundheitszustandes

Im Sommer 2007 musste sich der Berufsunfähigkeits-Rentner auf Veranlassung seines Versicherers erneut einer Nachuntersuchung unterziehen. Dabei wurde von dem Gutachter festgestellt, dass der Versicherte zwar weiterhin an einer depressiven Störung litt. Den Grad der Berufsunfähigkeit bemaß der Sachverständige jedoch nur noch mit zehn bis 15 Prozent.

Der Versicherer nahm das Ergebnis der Nachuntersuchung zum Anlass, die Rentenzahlungen ab November 2007 einzustellen. Als Begründung verwies er auf die laut Sachverständigen-Gutachten nur noch geringe gesundheitliche Beeinträchtigung des Versicherten.

Der Mann fühlte sich jedoch alles andere als in der Lage, seinen früheren Beruf als selbstständiger Rechtsanwalt wieder auszuüben und zog vor Gericht – mit Erfolg.