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Autounfall, na dann prost

Geschrieben von Bernd Hirmerse am . Veröffentlicht in Sachversicherung

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Auf diesen Unfall trinken wir einen

Ein Schnäpschen zur Beruhigung

Darf ein Autofahrer nach einem Unfall ein Schlückchen trinken, um sich zu beruhigen? Oder verwirkt er damit seinen Versicherungsschutz?

Darauf trinken wir einen?

Ein Autofahrer handelt nicht grob fahrlässig, wenn er sich nach einem Unfall, an dem kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt war oder ein Dritter geschädigt wurde, von der Unfallstelle entfernt und erst einmal einen Wodka zu sich nimmt. Er muss sich auch nicht für eine Blutprobe durch die Polizei bereithalten. Es ist Sache des Kfz-Versicherers, ihm nachzuweisen, dass dies der Verschleierung eines vorher schon zu hohen Blutalkoholpegels diente.

Dies ist der Tenor eines Urteils des OLG Karlsruhe vom 5. Juni 2008 (Aktenzeichen 12 U 13/08) ) in einem Berufungsverfahren, das ein Versicherungsunternehmen gegen ein Urteil des Landgerichts Mannheim eingelegt hatte.

Feiern ohne Alkohol

Es musste über die Berufung entscheiden, die eine Versicherung gegen ein Urteil des Landgerichts Mannheim eingelegt hatte.

Im vorliegenden Fall hatte der Sohn der klagenden Autofahrerin zunächst mit seiner ehemaligen Fußballmannschaft und später mit Freunden auf verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Nach seinen Angaben hatte er nur relativ wenig getrunken.

Am nächsten Morgen kam er mit dem Auto seiner Mutter an einer engen Einmündung von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Dabei entstand an dem Fahrzeug Totalschaden. Er konnte den Gerichten glaubhaft machen, dass er nicht bemerkte, dass auch ein Baum in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Viel Stress

Da er vor dem Unfall Streit mit seiner Ex-Freundin und zudem Angst davor hatte, den Unfall seinem Vater zu beichten, nahm er erst mal einen kräftigen Schluck aus der Wodkaflasche, die er im Auto dabei hatte. Erst am späten Vormittag ging er zur Polizei.

Dort wurden ihm zwei Blutproben entnommen, die eine Blutalkohol-Konzentration von 0,66 und 0,57 Promille ergaben.

Beide Gerichte schlossen sich der Auffassung der Klägerseite an, dass diese Werte nicht auf den Unfallzeitpunkt hoch gerechnet werden könnten, weil dabei der Nachtrunk berücksichtigt werden müsse.

Nachvollziehbares Verhalten

Die Richter teilten die Auffassung der Klägerseite, dass auch nicht-alkoholisierte und erfahrene Autofahrer an dieser engen Einmündung von der Fahrbahn abkommen können. Auch die Reaktion, sich von der Unfallstelle zu entfernen, da ja niemand geschädigt worden war, und zunächst sich zu beruhigen, konnten sie nachvollziehen.

Die Versicherung konnte aus ihrer Sicht nicht schlüssig beweisen, dass der Nachtrunk nur dazu gedient habe, den wahren Alkoholpegel zum Unfallzeitpunkt zu verschleiern beziehungsweise dass er nur erfunden worden war. Außer der bloßen Behauptung, dies sei so gewesen, habe sie keine Anstrengungen dazu unternommen.

Der Sohn der Klägerin habe keine Aufklärungsobliegenheit verletzt, als er sich zunächst vom Unfallort entfernte. Nur wenn dies ausdrücklich mit dem Versicherer vereinbart worden ist oder ein Dritter einem Unfall beteiligt ist oder geschädigt wird, muss ein Fahrer sich für eine polizeilich angeordnete Blutprobe bereithalten.

Kein Verletzung der Aufklärungspflicht

Weil dies in dem vorliegenden Fall nicht gegeben war, hatten der Fahrer und auch die Versicherungsnehmerin die Pflicht, alles zu tun, damit der Versicherer den Sachverhalt aufklären kann, nicht verletzt.

Es könne deshalb keine Rede von grob fahrlässigem Verhalten sein, das eine Leistungsfreiheit des Versicherers begründe. (verpd)

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