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Ein Kredit vom eigenen Kind

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Finanzen

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Warum nicht einen Kredit vom Kind?

meist laufen Kredite oder sonstige Zahlungen in der Familie andersherum: nämlich aus "Vaters Tasche" an die Kinder. Das Magazin "Steuern sparen für Selbstständige" meint indessen: "Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen Kredit von Ihrem Kind oder Ihrem Ehegatten aufzunehmen? Mit dieser Gestaltung können Sie pro Jahr leicht ein paar hundert, ja sogar bis zu tausend Euro Steuern sparen."

Das hört sich gut an, aber was steckt dahinter? Nach Darlegung des Magazins läuft die Steuersparidee für Unternehmen und Selbstständige so:

* Die Schuldzinsen, die Sie für einen Kredit von der Familie an Ihre Angehörigen zahlen, können Sie in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen und dadurch Ihre Steuerlast senken.

* Ihr Ehegatte oder Ihr Kind müssen für die vereinnahmten Zinsen keine Einkommensteuer zahlen, wenn sie keine anderen Einnahmen haben und der Grundfreibetrag von 7.834 € (die grundsätzlich steuerfrei bleiben) nicht überschritten wird.

Diese Steuersparidee ist gewiss überlegenswert in den Fällen, in denen ein Kind - sagen wir mal aus einer Erbschaft - über ein gewißes Vermögen verfügt. Aber auch für den Fall, dass Ihr Kind überhaupt noch kein Geld hat und Ihnen damit eigentlich keinen Kredit geben könnte, hat das Magazin "Steuern sparen für Selbstständige" einen Rat: "Schenken sie Ihrem Kind vorher das Geld." Das wäre zum Beispiel eine Option für den Fall, dass Sie Ihrem Kind ohnehin einmal Geld vererben wollen.

Komplizierter könnte ein Kredit vom eigenen Kind sein, wenn dieses noch nicht volljährig ist. Minderjährige Kinder dürfen nämlich keinen Kreditvertrag abschließen und bei einem solchen Geschäftsabschluss auch nicht von einem engen Angehörigen vertreten werden. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) im Falle eines Zahnarztes entschieden, der das Modell "Kredit vom Kind" praktizieren wollte (BFH, Urteil vom 22.02.2007, Az.: IX R 45/06). Die Mutter hatte für das minderjährige Kind die Verträge unterschrieben, doch dieser Kredit und der Steuerabzug wurden vom BFH nicht anerkannt.

Das Magazin "Steuern Sparen für Selbstständige" meint aber, dass es auch hier einen Ausweg geben könnte. Solche Verträge müssten von einem unabhängigen Dritten, einem "Ergänzungspfleger", vertreten werden. Das könnte zum Beispiel Ihr Anwalt oder Steuerberater sein. Das Ganze sei in solchen Fällen nur eine Formalität, die Sie leicht mit dem Jugendamt klären könnten.

Wie auch immer, folgendes sollten Sie auf jeden Fall beachten: Bei Krediten vom Kind oder Angehörigen schaut das Finanzamt immer ganz genau hin. Solche Kreditverträge müssen daher unbedingt einem Fremdvergleich standhalten. Das heißt: Der Kredit muss so gestaltet sein, wie es bei einer Bank der Fall wäre. Die Zinsen dürfen zum Beispiel nicht ungewöhnlich hoch angesetzt werden, um einen möglichst hohen Betriebsausgabenabzug zu ermöglichen. Auch die Zahlungstermine für Zinsen und Tilgung sollten peinlichst genau eingehalten werden.

"Mit freundlicher Genehmigung: Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, www.vnr.de

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