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Schadenersatz für Lehman Kunden

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Vorsorge

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Dübbert & Partner, DAS Netzwerk, Kontaktformular, Infobrief 26/2009

Schadensersatz für Lehman Brothers

Geschädigte. Urteil des Landgerichts Hamburg vom 23.06.2009: Unter dem Aktenzeichen 310 U 4/09 hat das Landgericht Hamburg am Dienstag, den 23.06.2009 geurteilt, dass einem Käufer von Zertifikaten der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers Schadensersatzansprüche zustehen.

Beklagt war ein Kreditinstitut, das bereits angekündigt hat, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen. In dem von dem Landgericht Hamburg zu beurteilenden Fall wurde einem Privatanleger ein Zertifikat in Höhe von 10.000,00 € verkauft. Seitens des beklagten Kreditinstituts wurde ein Hinweis an den Anleger unterlassen, dass die gekauften Zertifikate nicht durch das deutsche Einlagensicherungsfondsystem geschützt sind.

Des Weiteren ging das Landgericht Hamburg davon aus, dass das beklagte Kreditinstitut ein erhebliches wirtschaftliches Eigeninteresse daran hatte, die Lehmann-Zertifikate an Endkunden zu verkaufen, da im Falle des Nichtverkaufes das Kreditinstitut die Zertifikate mit Abschlägen an die Lehmann Brothers hätte zurückgeben müssen.

Hierauf hatte, so das Vorbringen des Klägers, das Kreditinstitut nicht hingewiesen. Daher sei die Interessenlage vergleichbar mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu der verdeckten Rückvergütung an Finanzvermittler (sog. Kick-Backs). Diese Urteile des Bundesgerichtshofs sehen eine Informationsverpflichtung gegenüber dem Anleger vor, wenn ein wirtschaftliches Eigeninteresse des Finanzvermittlers bzw. der Bank besteht.

Diese sog. Kick-Back Rechtsprechung wurde durch den Bundesgerichtshof am 12.05.2009 unter dem Aktenzeichen XI. ZR 586/07 präzisiert. Diese Rechtsprechung nahm auch das Landgericht Hamburg zum Anlass, eine Art der Beweislastumkehr vorzunehmen. Bisher musste der Anleger nachweisen, dass er bei einer gehörigen Unterrichtung über mögliche Kick-Back Zahlungen die Anlage nicht vorgenommen hätte, was regelmäßig einigen Problemen ausgesetzt war.

Aufgrund des Urteiles des BGH vom 12.05.2009 gab jedoch das Landgericht Hamburg dem Kreditinstitut die Nachweispflicht auf, dass der Anleger das Zertifikat auch dann gekauft hätte, wäre er über die eigenen Interessen des Kreditinstituts informiert gewesen. Diesen Nachweis konnte das Kreditinstitut nicht führen, sodass der Klage des Anlegers stattgegeben worden ist.

Dieses Urteil des Landgerichts Hamburg ist nicht rechtskräftig. Eine Berufung seitens des Kreditinstituts wurde bereits angekündigt. Auch wenn es sich bei diesem Urteil daher um eine nicht rechtskräftige Einzelfallentscheidung handelt, ist es jedoch eine Entscheidung der große Aufmerksamkeit zu Teil werden wird, angesichts der Tatsache, dass es 45.000 Geschädigte Lehmann Anleger gibt.

Der entschiedene Fall zeigt, dass Kapitalanleger im Falle einer mangelnden Aufklärung bzw. einer Fehlberatung das Beratungsgespräch genau analysiert werden sollte. Gerne stehen wir hierfür mit einem Team aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern sowie Diplom-Mathematikern zur Beratung zur Verfügung.

Mit freundlicher Genehmigung: für Dübbert & Partner DAS NETZWERK der unabhängigen Finanzdienstleister und Versicherungsmakler. Zum Kontaktformular.  von Kanzlei F.E.L.S. Marthastraße 16, 90482 Nürnberg. Aus der Finanzkrise nichts gelernt?