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Arbeitszimmer und die Steuer

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Finanzen

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Dübbert & Partner das Netzwerk, Kontakt, Fachbereiche, Autoren: Kanzlei F.E.L.S. Infobrief 38/2009

Steuerliche Geltendmachung

eines häuslichen Arbeitszimmers

Bundesfinanzhof bezweifelt die Verfassungsmäßigkeit der derzeitigen Gesetzesregelung

Seit dem 01.01.2007 sind die Anforderungen

für die steuerliche Berücksichtigung eines häuslichen Arbeitszimmers drastisch angehoben worden. So sind nach Wortlaut des Gesetzgebers nur noch für all jene Steuerpflichtigen die Kosten unbegrenzt absetzbar, für die das Arbeitszimmer den Mittelpunkt ihrer beruflichen und betrieblichen Tätigkeit bildet.

Geregelt ist dies im § 4 Absatz 5, Satz 1, Nr. 6b EStG i.d.F. des StÄndG 2007.

Bis zu dieser Neuregelung des § 4 Absatz 5, Satz 1, Nr. 6b EStG zum 01.01.2007 waren für die Anerkennung der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • 1. Bildete das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, d. h. führten die Steuerpflichtigen ausschließlich ihre Tätigkeit von diesem Arbeitszimmer aus, so konnten die Kosten in tatsächlicher Höhe angesetzt werden.
  • 2. War das Arbeitszimmer nur Teil der beruflichen Tätigkeit, sprich die Nutzung betrug mehr als 50% der beruflichen Tätigkeit, konnten Aufwendungen in Höhe von EUR 1.250,00 geltend gemacht werden.
  • 3. Für Personen, für die kein ausreichender Arbeitsplatz zur Verfügung stand, wie zum Beispiel für die Unterrichtsvorbereitung der Lehrer oder für Schreib- und Abrechnungsarbeiten von Außendienstmitarbeitern, konnten ebenfalls Kosten bis zu EUR 1.250,00 als Werbungskosten abgezogen werden.
  • 4. Weiterhin war Voraussetzung, dass das Arbeitszimmer ein räumlich abgetrenntes Zimmer war und es sich nicht um ein Durchgangszimmer handelte.

Für die abziehbaren Kosten kommen in Betracht:

Kaltmiete, Nebenkosten, Abschreibungen für Gebäude, Schuldzinsen, Arbeitsmittel, Renovierungs- und Erhaltungsaufwand, Grundbesitzabgaben, Versicherungen, etc. Der Anteil, der auf das Arbeitszimmer entfällt, wird nach dem Verhältnis Fläche des Arbeitszimmers zur Wohnraumfläche ermittelt.

Im Schrifttum wird die ab 2007 geltende Gesetzesregelung überwiegend als verfassungswidrig angesehen. Bisherige erstinstanzliche Finanzgerichtsurteile haben zu unterschiedlichen, sich widersprechenden Entscheidungen geführt. Nunmehr liegt eine höchstrichterliche Entscheidung vor. Im Beschluss vom 25. August 2009 hegt der Bundesfinanzhof

(BFH) ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz des Artikels 3 Grundgesetz. In einer vorläufigen Entscheidung gab der BFH dem Kläger recht (Az: VI B 69/09). Jedoch bezieht sich der Beschluss auf das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren, sprich auf den Eintrag eines Freibetrages auf der Lohnsteuerkarte. Das bedeutet zum einen, dass sich die Lohnsteuerbelastung im laufenden Jahr verringert. Zum anderen besteht das Risiko, dass die eingesparte Lohnsteuer vom Finanzamt eingefordert wird, sollte der BFH in der Hauptsacheentscheidung entgegen seinem jetzigen Beschluss zu Gunsten des Gesetzgebers entscheiden.

Es empfiehlt sich, den Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen zu lassen, da mit Einreichen der Einkommensteuererklärung und des darauf folgenden Einkommensteuerbescheides in diesem Punkt ein Vorläufigkeitsvermerk zu erwarten ist. D. h. es ist bis zur endgültigen Klärung durch eine inhaltliche Entscheidung des BFH oder sogar des Bundesverfassungsgerichts weder ein Einspruch erforderlich noch mit einer Nachzahlung zu rechnen.

Mit freundlicher Genehmigung der Kanzlei F.E.L.S. Marthastraße 16, 90482 Nürnberg,

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