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Fernsehsender als Investmentberater

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Investment

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Wissenschaftliche Portfoliotheorie?

Fernsehsender als Investmentberater und wissenschaftliche Portfoliotheorie? Was ist davon zu halten, dass Fernsehsender dazu aufrufen, sein Depot nach wissenschaftlichen Methoden „checken“ zu lassen. Dabei sollen Sie ihre Depotdaten „kostenlos“ an den Fernsehsender schicken.

Eine unabhängige Beratungsfirma

für Investments wird dann ihr Depot prüfen und Ihnen das Resultat mitteilen. Kann das funktionieren? Zunächst einmal sollten Sie misstrauisch sein, ihre Vermögensverhältnisse und damit schutzrelevante Daten irgendwelchen Menschen anzuvertrauen, die sich nicht kennen. Ferner besteht der Verdacht, dass es hier um „Adressenfang“ von potentiellen Neukunden für irgendeine Firma geht, mit der die Fernsehsender einen „Deal“ haben. Davon abgesehen: Wenn Sie aber ihre Depotdaten eingesendet haben, was passiert dann damit? Offen gesagt, ich weiß es nicht und werde es auch selbst nicht ausprobieren.

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir folgendes: Bestenfalls erhalten Sie irgendwann einen schicken Ausdruck mit Begriffen aus dem us-amerikanischem Bankerslang, Kurven und Bildchen, aus dem hervorgeht, dass Sie nicht das optimale Risiko-Rendite-Verhältnis haben. Möglicherweise wird ihnen erklärt, dass Sie Ihr Depot nach den wissenschaftlichen Methoden der Portfoliotheorie des Nobelpreisträgers Harry M. Markowitz (*) ausrichten sollten. Vielleicht sind Sie nun beeindruckt, fühlen sich als Laie und vereinbaren einen Termin mit einem Berater (**).

Über die Qualität der Beratung weiß ich nichts. Spätestens wenn aber der Name Markowitz mit gewichtigem Ton und hochgezogenen Augenbrauen vom Berater ins Spiel gebracht wird, um Sie zu beeindrucken, sollten Sie sich den Spaß gönnen und folgendes tun. Freuen Sie sich darüber, dass endlich jemand wissenschaftlich an das Thema geht und dazu noch mit einem Nobelpreisträger im Hintergrund.

Bitten Sie ihn alle Aktien und alle Werte

in den Fonds zu analysieren und das Rendite-Risiko-Optimum aus zurechnen (**). Dazu solle er die möglichen Kapitalwerte aller Teilprojekte in ihrem Erwartungswert und Standardabweichung ermitteln. Schließlich wollten sie wissen, welche Risikominimierung sich über den Diversifikationseffekt der projektspezifischen Kennzahlen erreichen ließe. Dabei soll er ihnen aber auch die informatorischen Voraussetzungen für Sigma als Risikoindikator erläutern.

Sie haben nichts verstanden?

Macht nichts. In 99,99 Prozent der Fälle hat ihr Berater auch nichts verstanden. Entweder wird er in Zukunft vorsichtiger mit Namen wie „Markowitz“ um sich schmeißen, von deren Theorie er auch nichts versteht, oder er wird mit allen Wassern gewaschen darauf verweisen, dass diese komplexen Berechnungen sich in der Kürze der Zeit heute nur noch mit dem Computer simulieren lassen und genau das habe er vor. Dann liegt der Ball wieder bei ihnen.

Spätestens jetzt stellt sich heraus

ob Sie wissenschaftsgläubig sind oder ob ihre Berater einfach nur aus anderen Gründen sympathisch und vertrauenswürdig finden. Dabei sollten Sie folgendes wissen: Markowitz hat sein eigenes Geld auch nicht nach seiner eigenen Theorie angelegt. Der Informationsaufwand und Berechnungsaufwand war vor dem Computerzeitalter hierfür auch viel zu hoch. Er gebrauchte die 1:N-Methode, d.h. ganz einfach:

Verteile dein Geld gleichmäßig

auf jeden von N Fonds. Hierbei kann ihnen auch heute noch ein Berater behilflich sein. Sie sollten zusammen die Schwankungsbreiten der Börsenkurse verschiedener Anlageklassen, den zeitlichen Anlagehorizont ihres Investment-Vorhabens und ihre Risikoneigung und persönlichen Lebensumstände aufeinander abstimmen.

Ein guter Berater wird Ihnen immer

die Frage stellen, mit welchen Verlusten sie noch gut schlafen können. Was Sie aber ganz bestimmt nicht brauchen, ist eine Massenanalyse von Depots über einen Fernsehsender nach vermeintlich aktuellen wissenschaftlichen Methoden. Was von diesen noch zu halten ist, muss Thema eines eigenen Artikels sein.

* Markowitz, Harry M. (1952): Portfolio Selection; Journal of Finance, Vol. 7, S. 77-91; ders. (1959) Portfolio Selection, New Haven / London.

** spätestens jetzt wird es teuer.

Autor: G.K.

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Anmerkung der Redaktion.

Bevor Sie Geld zu Fenster raus werfen, für fragwürdige Analysen, fragen Sie die Experten nach einem Portfoliocheck.