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Zukunftsentwicklung des Wohneigentums

Zwei Immobilienstudien zu Deutschland sind erschienen: eine von der Marktforschungsfirma ‚F+B Forschung und Beratung‘ (Hamburg) zu den Neuvermietungspreisen in deutschen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern, eine andere des Beratungsunternehmens ‚Empirika‘ im Auftrag der Bayerischen Landesbank wagt die Prognose für den Immobilienmarkt im Jahr 2040.

Siehe auch: Bausparen, ja oder nein

Erste Studie zum Wohnungsmarkt

Was die erste Studie anbetrifft, so zeigt sich Bayern als Bundesland der Extreme: München hat wenig überraschend die teuersten Mieten in Deutschland (11,14 € pro qm ohne NK), Hof die günstigsten (3,87 €). Der Durchschnitt für eine mittelgroße Standardwohnung liegt bei 6,14 € pro qm. Nach München folgen mit hohen Quadratmeterpreisen: Frankfurt a.M., dann im Münchner Umland Germering, Unterschleißheim und Dachau (also Münchner Umland). Drauf folgen Bad Homburg und Oberursel als die teuersten Pflaster. Am Ende Skala rangieren hinter Hof die Städte Plauen, Zittau, Brilon, Halberstadt und Görlitz. Ausgewertet wurden für diese Studie die 1,8 Millionen Angebote für vermietete Wohnungen normaler Ausstattung mit einer Größe von 50 bis 80 qm des Jahres 2009.

Siehe auch: Wohnriester

Zweite Studie zum Wohnungsmarkt

Die zweite Studie zur Wohnraumentwicklung im Jahr 2040 geht von einer schrumpfenden Bevölkerung aus. Es werde 5,4 Millionen weniger Deutsche geben, ein überschaubarer Rückgang. Die Hälfte der Bevölkerung werde über 50 Jahre alt sein und es werde nur noch 11 % Kinder und Jugendliche geben. Weniger Menschen bedeuten aber noch nicht weniger Haushalte, da immer mehr Menschen allein leben werden. Eine Flucht in die Stadt wird nicht erwartet. Vielmehr verfestige sich der seit 50 Jahren beobachtete Trend, das die Menschen auch im Alter in ihren Wohnungen bleiben. Feststellbar sei das Entstehen von regelrechten „Familienvierteln“. Die wenigen in der Stadt verbliebenen „meist bildungshungrigen Familien rotten sich zusammen“. Auf Grund der Familiendichte könnten auch die spezifischen Bedürfnisse, (z.B. Kinderbetreuungsangebote) besser erfüllt werden.

Zu wenig Bauland

Verschärfen wird sich die „Tradition knappen Baulands“ im süddeutschen Raum, wenngleich es nicht zu einer Wohnungsnot kommen werde. Absehbar sei jedoch, das sich Einfamilienhäuser hier auch Besser verdienende kaum leisten können werden, allenfalls Topverdiener. Das läge auch daran, dass sich die Politik bewusst restriktiv verhalte.


Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern wird steigen. Bis 2040 sollen 2,9 Millionen hinzukommen, auch wenn in den wenigsten überhaupt noch Familien wohnen werden. Die Eltern bleiben in ihren Häusern auch nach Auszug der Kinder wohnen. Die Kindergeneration baut sich eigene Häuser.

Zukunft der Baubranche

Die Baubranche werde einen fundamentalen Wandel erfahren. Die „Neubau-Industrie“ von der Planung bis zur Finanzierung verliere an Bedeutung, weil der Zuwachs hier äußerst moderat ausfalle. Dagegen werde die Bedeutung von Umbauten zunehmen.

Soweit die Studien

Jede Prognose ist nur so gut wie ihre Annahmen. Objektives Kriterium ist wohl die demografische Entwicklung. Wie die Menschen jedoch damit umgehen werden, steht noch überhaupt nicht fest. Ob der Trend zu mehr Wohnraum pro Person weiterhin anhält, kann bezweifelt werden, schon allein wegen der Bewirtschaftungskosten. Ferner stellt sich die Frage, ob der Wohlstand der Gesellschaft überhaupt der gleiche sein wird, wie in den vergangenen Jahrzehnten.

Schließlich werden sich neue intelligente Umgangsformen in Hinblick auf die Energieproblematik, gesellschaftlichen Wandel und Wohnformen entwickeln, die heute noch gar nicht berücksichtigt werden. Autor: G.K.

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