05. Februar 2010
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Finanzkrise und der Leverage-Effekt.
Zocken auf Pump, warum ist das so lukrativ und so gefährlich?
Siehe auch: LV und Co, "Nebenkosten, still, leise und unrentabel
Die Grundüberlegung ist einfach:
Wenn ich mit jedem geliehenen Euro mehr Gewinn erwirtschafte (Zins, Rendite) als ich für das Ausleihen dieser Euros zahlen muss (Schuldzins), so mache ich mit jedem geliehenen Euro Gewinn. Je mehr Geld ich mir also leihe, desto mehr Gewinn mache ich auf das eingesetzte Kapital. Man hat hier eine HEBELWIRKUNG (Hebelzertifikate) mittels Verschuldungsgrad, denn je höher die Verschuldung, desto größer wird der Gewinn. Das ist laienhaft aber verständlich ausgedrückt, was man im Fachjargon den Leverage-Effekt nennt. Er drückt sich in folgender Formel aus:
EKR = GKR + (GKR – FKR) x V. *
Der Schuss kann allerdings auch
nach hinten losgehen (negativer Leverage Effekt), wenn z.B. die Kosten (Zinsen) auf das geliehene Kapital steigen. Die Hebelwirkung für die Eigenkapitalrendite ist nämlich nur positiv, solange zwischen Gesamtkapitalrendite und Fremdkapitalzins eine positive Differenz versteht. Andernfalls mache ich mit jedem geliehenen Euro Verluste und auch hier wirkt der Hebel. Die finanzielle Existenz ist bedroht, wenn die daraus entstehenden Verluste nicht mehr aufgefangen werden können. Das Problem bei der Spekulation besteht nun, dass keiner so recht weiß, wie sich die Zinskosten im Verhältnis zu den Renditeerwartungen entwickeln werden.
Zur Finanzkatastrophe kommt es
wenn massenweise zwei Erwartungen enttäuscht werden: die Finanzierungskosten des Fremdkapitals bleiben dauerhaft gering und die Spekulationsobjekte werfen dauerhaft eine hohe Renditen ab. Der Optimismus ist hier Programm und die Neigung zum Risiko nimmt bekanntlich zu, je länger diese Erwartungen nicht enttäuscht werden.
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