Dübbert & Partner DAS NETZWERK, Versicherungsprüfung, Anlageprüfung, leistungsorientierte und beitragsoptimierte Tarife, das Auswerten des "Kleingedruckten" durch Fachmakler (biometrische Risiken), Fachanwälte (Bank- und Kapitalmarktrecht), gerichtlich zugelassene Rentenberater.

>Zum Datenschutz finden Sie die Ausführungen hier unter diesem Link<

Beiträge

Drucken

Interessantes Urteil zur Versicherung-Beratungspflicht

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Versicherung News

Bewertung:  / 3
SchwachSuper 

Zum Nachteil des Kunden beraten!

Versicherungsmakler haften für die Beratung. Liegt kein Beratungsprotokoll vor und entstehen dem Kunden finanzielle Nachteile, so ist dem Verbraucher eine Beweislasterleichterung bis hin zu einer Beweislastumkehr einzuräumen. Das bedeutet das der Makler beweisen muss...

Das Beispiel verdeutlicht das Urteil. Revision ausgeschlossen

Der Fall: Vor vielen Jahren hatte ein Kunde eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Damals war diese Lebensversicherung steuerlich begünstigt. Der Garantiezins war auch höher als heute. Ein Versicherungsverkäufer riet dem Kunden diese Versicherung zu kündigen und durch eine Rürup-Rente zu ersetzen.

Diese Praktiken kennen wir auch von andern Vertrieben (Strukivertrieben) bei Kündigungen von Lebensversicherungen zu "Gunsten" einer Riester-Rente. Der Kunde verklagte den Makler wegen fehlender Beratung und Aufklärung und bekam Recht.

Beratungs- und Aufklärungspflicht

Das Sachwalterurteil erklärt und regelt die Rechte und Pflichten eines Versicherungsmaklers. Auch, dass ein Versicherungsmakler den Mandanten über mögliche Nachteile aufklären muss. Dokumentation der Beratung nach Paragraf 61 Absatz 1 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) ist damit unerlässlich. Sonst würde die Dokumentationspflicht nach Paragraf 61 Absatz 1 S. 2 VVG n.F. dem Zweck der Beweissicherung nicht gerecht werden.

Die umgekehrte Beweislast

Fazit: da kein Beratungsprotokoll vorlag hat das Gericht kurzerhand die Beweislast umgekehrt und damit geurteilt: Der Vermittler kann nicht beweisen das er ordnungsgemäß beraten hat und muss Schadenersatz leisten. Ob die Vertrauensschadenversicherung (Vermögensschadenversicherung, Berufshaftpflicht) den Schadenersatz übernimmt ist fraglich, da eben wie im Urteil (OLG Saarbrücken Urteil vom 4.5.2011, 5 U 502/10 – 76) begründet kein Beratungsprotokoll vorhanden ist.

Kompliziert, aber für Makler und Verbraucher gleich wichtig

Solche Urteile wird es zukünftig wohl öfter geben. Auch wenn der Kunde auf Beratung "verzichtet" ist fraglich ob der Verbraucher die Tragweite dieses Verzichts erkannt und verstanden hat. Andererseits hat auch der Verbraucher eine gewisse Pflicht sich zu informieren und kann nicht alles auf den Vermittler abwälzen wie ein anders Urteil belegt.

Bestandspflege und Aufklärung

Viele Versicherungspolicen liegen in Ordnern oder Schubladen und "schlafen den Schlaf der Gerechten". Versicherungen müssen immer neu geprüft werden und auf den neuesten Stand gebracht werden. Das betrifft alle Versicherungssparten.

Der Kunde hat eine Mitwirkungspflicht. Das heißt das Veränderungen angezeigt werden müssen. Umzug, Heirat, Scheidung, Kinder, und so weiter.

Die Überprüfungen von Versicherungen sind wichtig weil

Risikoabsicherungen und neue Versicherungssparten fehlen. Versicherungsbedingungen sind veraltet und nachteilig für den Kunden. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist zu teuer und nicht auf dem neuesten Stand. Das Krankengeld, Krankentagegeld ist zu niedrig berechnet. Die private Krankenversicherung ist nicht auf neue Situationen angepasst und nicht neu geprüft worden. Die Autoversicherung (KFZ) beinhaltet nicht mögliche neue Vorteile zum Jahreswechsel. Und so weiter.

Fragen und / oder Versicherungsprüfung?