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Provisionsabgabeverbot aufgehoben?

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Versicherung News

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Provisionsabgaben in Zukunft legal?

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt das das Provisionsabgabeverbot nicht mehr zeitgemäß sei versorgt die Versicherungen, die Vertriebe und Verbände mit jeder Menge Aufregung. Die Einen sind dafür, die Anderen sind dagegen und die Meisten hoffen darauf das BaFin dieses Urteil anfechten wird.

Gedanken zu Provisionen und Wettbewerb

Vorweg, meine persönliche Meinung zu BaFin ist mehr als geteilt. Wenn man sich diese Behörde näher anschaut, so gewinnt man zu leicht den Eindruck das sich diese Bundesaufsicht am liebsten mit sich selber beschäftigt bzw. die Maklerschaft mit Vorsatz gängelt. Große Versicherungen und Strukturvertriebe plus des Ahndens von Wettbewerbsverzerrungen bleiben aus.

"Der Sündenfall der Branche geschah in den 80-er Jahren mit den Strukturvertrieben."Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute, glaubt, dass die Strukturvertriebe an den Provisionsexzessen in der Branche schuld sind.

Beispiele Wettbewerbsverzerrung

Banken und Versicherungen werben mit Pay-Back-Punkten, Ikeagutscheinen, Tankgutscheinen, Euro-Gutschriften, für den Abschluss eines Produkts. Auf Kundenfang mit Geschenken! Egal wie gut oder schlecht das Produkt ist, dem Kunden wird auch noch für den größten zu verkaufenden Mist ein "Geschenk überreicht".

Was wird dem Kunden suggeriert? Hier bekomme ich was geschenkt. Der Inhalt, sprich die Leistung werden von "Geschenken" überlagert. Bei einer großen  Bank habe ich neulich folgende Werbung gelesen "50 Euro Sofortgutschrift auf Ihr Giro-Konto bei Abschluss einer Riester-Rente".

Seriöse Versicherungsmakler

Das seit 1934 bestehende Provisionsabgabeverbot soll gekippt werden. Was suggeriert das dem Kunden? Es lässt sich von einem Versicherungsmakler ausführlich beraten. Dann kommt die Sprach darauf: "was kriege ich in Euro von Ihnen wenn ich den Vertrag bei Ihnen abschließe". Wie lange hält ein Versicherungsmakler diese Provisionsabgabe dann finanziell durch? Oder wie viel Verträge mit Provisionsabgaben muss der Versicherungsmakler abschließen um überleben zu können?

Und der Kunde?

Sperrt sich der Makler Provisionen weiter zu geben, zieht der Kunde solange weiter bis er den Makler oder Verkäufer findet der auf seine finanziellen Forderungen eingeht. Den Versicherungsschutz hat der Makler ja schon klar definiert. Ergo, der Kunde kann mit dem Angebot, was er in Händen hält, solange weiter ziehen bis er das Geld bekommt das er sich vorstellt.

Storno und Haftung

Angenommen der Kunde schließt den Vertrag bei dem Makler ab. Bei bis zu 60 Monaten Stornohaftungszeiten in denen viel passieren kann, zieht der Kunde wieder weiter um wieder Geld zu kassieren.
Da nicht davon auszugehen ist das die Versicherungen der Meinungen sind das dem Versicherungshopping dann Einhalt geboten werden muss, wird munter umgedeckt.
Haften tut der Makler mit seiner Arbeit und seiner Courtage. Den Versicherern geht es um Umsatz, Marktanteile und Größe. Der Versicherungsmakler ist den Versicherern und den Konzernen so egal wie der Kunde. Die Zielerfüllung muss stimmen.

Ratierliche Zahlungen

Sollte sich das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt ((Aktenzeichen:9 K 105/11.F) durchsetzen, so kann einem Makler nur die Ratierliche Provisionszahlung angeraten werden. Wie viel da aber noch überlebensfähig bleibt ist wohl offen.

Strukturvertriebe, die ebenfalls keine Moral Ihren Vertretern (HGB § 84 oder Sup-Unternehmer) und den Kunden gegenüber kennen, werden wohl etwas länger überleben. Denn auch hier geht es nur um Größe und Umsatz. Dazu kommt, dass diese Vertriebe meistens über sehr hohe Provisionsabsprachen mit den Versicherungskonzernen verfügen um ihre Kostenstruktur zu decken, werden sich also nur die „Mitarbeiter“ reduzieren. Viele Vertreter sind auf Grund von Provisionsvorschüssen bei den Strukivertrieben hoch verschuldet. Und jetzt noch Provisionsweitergaben?  

Alternative Honorarberatung?

Sicherlich nicht. Die Versicherungsbranche ist mit ihrem schlechten Ruf am Ende angekommen. Dem Kunden wurde über Jahrzehnte nur eins übermittelt "alles umsonst". Die Zeiten haben sich geändert, der Verbraucher nicht. Wie sonst wären Versicherungen und Discounter auf die Idee gekommen zwischen Kaffee, Tomaten und Unterhosen Versicherungen zu verkaufen. Wie sonst wird dem Kunden vorgegaukelt das bei Onlineversicherungen keine Provisionen gezahlt werden? Wieso glaubt der Kunde das Versicherungsberatung und ein Entgelt was verwerfliches ist.

Die Versicherungswirtschaft hat lange am eigenen schlechten Image gearbeitet

Solange der Kunde nicht zu der Überzeugung kommt das eine Versicherung und die Versicherungsberatung "ihr Geld wert ist", sondern den "Geiz ist geil Gedanken weiter frönt mit Unterstützung von diversen Strukivertrieb und Onlineportalen, wird sich nichts ändern und die Schnäppchenjagd geht weiter.

Das Vertrauen das BaFin es richten wird ist meiner Ansicht nach nur "Prinzip Hoffnung". Das sieht man an der Finanzkrise und den neuen Erhebungen der BaFin zu den Versicherungen und die Verbindung zu den Banken. BaFin ein zahnloser Tiger? Ich meine Ja.
Ihre Doris Dübbert

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