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Was ist Sozial gerecht?

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Finanzen

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Rente mit 67 und die Statistiken

Die Medien berichten und Ministerpräsident Horst Seehofer kritisiert die Rente ab 67 Jahren. Dazu kommt, das laut Bundesagentur für Arbeit jeder 4. Arbeitslose seine Existenz mit Hartz 4 aufstocken muss, bzw. gleich bei Hartz IV landet. Andererseits werden ca. 105.000 Arbeitslose, mit Alter 58 Jahre und älter, in einer sogenannten "Unterbeschäftigungsstatistik" der Bundesagentur für Arbeit geführt. Dieser Personenkreis taucht faktisch in der Arbeitslosenstatistik gar nicht auf. In dieser Unterbeschäftigungsstatistik tauchen neben den "Alten" auch 1 Euro-Jobber und die Arbeitslosen welche sich in Weiterbildungsmaßnahmen befinden auf.

Geschönte Statistik und Rente ab 67 Jahre

Man muss Horst Seehofer recht geben wenn er die Rente ab 67 Jahre als eine Versteckte Rentenkürzung sieht. Die Überprüfung der Beschäftigungszahlen der über 60 Jährigen, welche alle 4 Jahre erfolgen muss, wird also durch die Statistik passend gemacht um die verlängerte Lebensarbeitszeit zu rechtfertigen.

Vorzeitig in den Ruhestand

Immer mehr Menschen gehen vorzeitig in den Ruhestand. Das bedeutet aber auch, das Rentenkürzungen von 0,3 Prozent (bis jetzt) pro Monat und lebenslang in Kauf genommen werden. Das sind in Zahlen bei 2 Jahre früher in Rente 7,2 Prozent oder pro Jahr 3,6 Prozent. Rechnet man eine monatliche Rente von 1.000 Euro, so werden bei einem Jahr vorher in Rente pro Monat 3 Euro oder im Jahr 36 Euro lebenslang abgezogen.

Dazu kommt, sollte der zukünftige Rentner in die Grundsicherung fallen, alle Ersparnisse und Einnahme mit angerechnet werden. Beispiel die Riester-Rente. Zudem werden für Hartz IV Empfänger keine Beiträge mehr an die Rentenversicherung gezahlt.

Altersarmut vorprogrammiert?

Es erscheint auf den ersten Blick als logisch das wenn wir immer länger leben auch länger arbeiten. Die Problematik liegt in den Beiträgen zur Rentenversicherung. Da die Beiträge zur späteren Rente aus dem Bruttoverdienst abgeführt werden trifft es also überwiegend die Geringverdiener, häufig Arbeitslose und Hartz IV Empfänger.

Zudem ist für viele dieses Personenkreises die Möglichkeit einen Arbeitsplatz zu finden fast aussichtslos. Frau von der Leyen proklamiert das die Zahl der Erwerbstätigen mit einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis auf ca. 46 Prozent der über 60 jährigen angestiegen sein. Das sei eine positive Aussicht. Was aber passiert mit den verbleibenden 54 Prozent?

Überprüfung alle 4 Jahre

Mit der Anhebung der Rente ab 67 Jahren geht eine Prüfung einher die belegen soll das die über 60 Jährigen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze haben. Oder anders ausgedrückt wie viel der über 60 Jährigen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen vorhanden sind. Nun ist sozialversicherungspflichtig aber ein dehnbarer Begriff. Bereits ab 401 Euro im Monat greift die Sozialversicherungspflicht. Für die Rentenbeiträge der späteren Rente ist dies, also die bloße Sozialversicherungspflicht, nicht ausschlaggebend. Die bloße Sozialversicherungspflicht schützt also nicht vor Altersarmut.