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Was ist ein Behindertentestament?

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Finanzen

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Extra Testament für behinderte Kinder

Alle Eltern welche ein behindertes Kind haben plagt die gleiche Frage; was wird aus dem Kind wenn wir mal nicht mehr sind?  Auch junge Eltern mit einem behinderten Kind sollte bereits über ein solches Testamente nachdenken. Sind noch Geschwister da, so kann das zusätzliche Fragen auf werfen. Was ist nun ein Behindertentestament?

Hilfe von Staat, ja - aber

Die meisten behinderten Menschen, egal ob geistig, körperlich oder beides, haben einen Anspruch auf Hilfe vom Staat. Ab dem 18. Lebensjahr greift dann auch die Erwerbsminderungsrente und die Grundsicherung für Alter. Viele Behinderte haben Anspruch auf Pflege, Wiedereingliederungshilfe oder andere Sozialleistungen.

ABER: Paragraf 2 SGB XII (Sozialgesetzbuch 12) besagt das eigenes Einkommen, egal wo her, für den eigenen Unterhalt verbraucht werden müssen bevor das Hilfsprogramm des Staats in Anspruch genommen werden kann. Das Ganze nennt sich „Nachrangprinzip“.

Erbt ein behinderter Mensch und hat bereits Hilfeleistungen bekommen, so fordert das Sozialamt die Leistungen zurück. Lediglich ein „Schonvermögen von 2.600 Euro darf nicht angetastet werden. Das solch ein Betrag schnell aufgebraucht ist dürfte klar sein.

Also: das Erbe vor dem Zugriff des Staat schützen

Vorweg: Enterben hilft nicht, dem enterbten Kind steht der sogenannte Pflichtteil zu und das ist wiederum die Hälfte des gesetzlichen Erbes. Will man dem Kind seinen gewohnten Lebensstandart weiter sichern, so hilft nur das Behindertentestament.

Testament zu Gunsten des behinderten Kindes

Ist schon ein „normales Testament“ schwierig genug es zu verfassen, so sind im Behindertentestament auch noch die rechtlichen Hürden zu nehmen. Ohne Rechtsberatung durch einen Anwalt für Familien- und Erbrecht geht’s nicht, will man alles richtig machen. Schließlich soll ja gesichert werden das nach dem Ableben der Eltern das behinderte Kind auch in den vollen Genuss des Erbes kommt.

Dazu muss in dem Testament auch die gesamte „Anleitung“ stehen wofür das Erbe genutzt werden darf. Beispielsweise für den Jahresurlaub, Computer, Jahreskarte für Sport oder Kunst und Kultur, und so weiter.

Des weiteren sollte auch geregelt sein was nach dem Ableben des Kindes mit dem verbleibenden Vermögen passiert.

Keine Einheitstestament

Es gibt keinen Standard wie so ein Testament abgefasst werden muss. Immer wird es eine Abfassung sein welche genau auf die Familie zugeschnitten sein muss. Also maßgeschneidert. Viele Kriterien sind zu beachten. Besonders wenn es um größere Vermögen mit Immobilien, Geschäftsanteilen, Beteiligungen, Schulden oder Haftungen geht.

Zudem muss in der jeweiligen Lebenssituation der Eltern das Behindertentestament auf dem neuesten Stand und Willen der Erblasser gehalten werden. Ein Beispiel wäre eine Scheidung der Eltern, Wiederverheiratung der jeweiligen Elternteile, weitere Kinder mit dem neu angeheirateten Partner und so weiter.

Das Behindertentestament muss immer wieder der Familiensituation und der Vermögenssituation angepasst werden. Was natürlich auch für ein „normales“ Testament gelten sollte.

Aufbewahrung des Testaments:

Sie können das Testament beim Notar hinterlegen oder beim Amtsgericht ihres Wohnortes. Damit ist sicher gestellt das ein Testament nicht „verschwinden“ kann. Das hat auch den Vorteil das Testamente in amtlicher Verwahrung automatisch dem Testamentsregister zugeführt werden und so die Erben auf jeden Fall ermittelt werden. Eine Gebühr wird je nach Vermögen am Tag der Hinterlegung fällig.
VORSICHT: Das Testament muss handschriftlich geschrieben und unterschrieben sein!