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6 Thesen für Gesundheitsreformen

am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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Die Allianz pro Gesundheit e.V. fordert die Umsetzung von Maßnahmen entsprechend der folgenden 6 priorisierten Thesen:

1. Erste Priorität: Prävention

Nach heutigem wissenschaftlichem Erkenntnisstand werden die Gesundheitskosten wegen des medizinisch-technischen Fortschritts und der demografischen Entwicklung kontinuierlich steigen. Nicht zuletzt wird die prognostizierte Zunahme chronischer Krankheiten, die auf einer ungesunden Lebensführung beruhen, dazu beitragen, den Versorgungsbedarf zu erhöhen. Präventionsmaßnahmen können dazu beitragen, verhaltensbedingte Zivilisationskrankheiten entweder gänzlich zu vermeiden oder ihren Eintritt zumindest hinauszuschieben.

Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deren Kosten nicht allein der Sozialversicherung aufgebürdet werden dürfen. Vielmehr müssen auch Bund, Länder, Kommunen und Unternehmen die Aktivitäten der Verhaltensprävention finanzieren. Dazu könnten Abgaben auf Genuss- und Nahrungsmittel sowie auf Tabakwaren erhoben werden, die die Gesundheit schädigen oder gefährden können.

2. Zweite Priorität: Vermittlung und Ausbau gesundheitlicher Kompetenzen

Bildung, Einkommen und soziale Schichtung einerseits stehen in einer engen Wechselbeziehung mit dem Gesundheitsbewusstsein andererseits. Die Gesundheitschancen steigen mit dem Bildungsgrad, dem Einkommen und der Zugehörigkeit zu den mittleren und oberen Bevölkerungsschichten. Die Vermittlung gesundheitlicher Kompetenzen muss in der Familie beginnen. Eltern müssen
ihren Kindern vor allem einen gesundheitsbewussten Lebensstil vorleben. Die Gesundheitserziehung und -Aufklärung muss sodann in den Bildungseinrichtungen fortgesetzt werden. In den beruflichen und sonstigen Lebenswelten sind Ansätze für eine gesundheitsbewusste Lebensführung zu entwickeln und zu fördern. Hervorragend genutzt werden können hierzu die Informationstechnologien und die neuen Medien.

3. Dritte Priorität: Verpflichtende Vernetzung der Akteure

Wie in allen Industrienationen besteht in Deutschland ein ungeheurer Kostendruck. Ursachen sind neben der immer stärker werdenden finanziellen Belastung durch die demografische Entwicklung die gleichzeitige Zunahme der Chroniker und Multimorbiden, einhergehend mit kostenintensiven Technologien. In vielen Ländern Europas wird die Versorgung im Gesundheitswesen zentralisiert gesteuert. Durch föderalistische Einflüsse zur Nutzung der Finanzmittel auf regionaler Ebene hat das System einen Komplexitätsgrad erlangt, der zu einer immer größeren Ressourcenverschwendung führt. Noch immer gibt es am Übergang zwischen den verschiedenen Leistungssektoren Schnittstellenprobleme, die gemeinsam mit der ausufernden Bürokratie Defizite der Qualität
und Wirtschaftlichkeit der Versorgung mit Gesundheitsgütern verursachen. Die Abstimmung der Behandlungsprozesse aufeinander, die Verschlankung unterstützender Prozesse und Anreize für eine ergebnisorientierte und patientenzentrierte Versorgung sind
zentrale Erfolgsfaktoren.

4. Vierte Priorität: Nutzung der vorhandenen Daten

In den Industrienationen werden von den Organisationen der stationären, ambulanten, medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Versorgung Daten erhoben und verbreitet, meist jedoch aus dem eingeschränkten Blickfeld der jeweiligen Institution. Ein ganzheitlicher Datentransfer ist jedoch notwendig. Mit Hilfe der vorhandenen Informationstechnologie müssen die Versorgungsstrukturen mit einem ganzheitlichen Ansatz gestalten werden. Die Berufsgruppen und Institutionen der Versorgung müssen mit Bonus- und Malus- Anreizen zur Einbindung bewegt werden. Die deutsche Versorgungsforschung hinkt nach wie vor ein gutes Stück hinter der internationalen Entwicklung hinterher. Sie muss unter Berücksichtigung der Erkenntnisse und Ergebnisse, die in anderen Gesundheitssystemen gewonnen worden sind, ausgebaut werden. Da Versorgungsforschung Bürgern, Patienten und Akteuren im Gesundheitswesen gleichermaßen zugutekommt, sollte sie vom Staat, den Krankenkassen, den Krankenhäusern
und Vertragsärzten sowie der Pharma- und Medizinprodukteindustrie finanziert werden.

5. Fünfte Priorität: Fachkompetente Beratung und Transparenz in der Politik

Politische Mandatsträger im Bund, den Ländern und Kommunen haben nachhaltigen Einfluss auf die Versorgungsstrukturen im Gesundheitssystem. Die bestehende Struktur der Beratung der Politik und die dazu beauftragten Institutionen wie Gemeinsamer Bundesausschuss, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWIG) muss modifiziert werden. Es bedarf mehr Transparenz und einer Beschleunigung der Einzelentscheidung in diesen Gremien mit nachhaltiger effektiver Einbindung der Interessen der Berufsgruppen, Institutionen und BürgerInnen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für mehr Gesundheit der Bevölkerung schaffen. Den Erfolg kann eine jährliche Gesundheitsbilanz dokumentieren, aus der ersichtlich wird wie sich Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der Gesundheitswirtschaft im Sinne des Patienten verändert hat. Mehrdimensionale Scores tragen zur fortlaufenden Entwicklung und Bewertung einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung bei. Letztendlich fordert die Politik von allen Berufsgruppen und Institutionen im Gesundheitswesen den Nachweis eines nachhaltig wirkenden Qualitätsmanagements. Wir fordern den Qualitätsnachweis

Geschäftsstelle:

Allianz pro Gesundheit e.V. Hauptsitz: c/o Residenz am Dt. Theater Reinhardtstr. 29 10117 Berlin Tel. 030- 280081 981 Geschäftsstelle Brückenstr. 2 67551 Worms , Tel. 06247-904 499 0, Fax 904 499 9, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.allianz-pro-gesundheit.de Vereinsregister Berlin Charlottenburg VR Vereinsregister: Vorstand: (Vizepräsident), Peter Schmidt.

Diese zu fördernden Netzwerke schaffen die besten Voraussetzungen für eine wohnortnahe, bedarfsgerechte und flexible Versorgung. Durch die Effizienzsteigerung können dann auch den Leistungen angepasste Vergütungen für die Akteure der Versorgung geschaffen und erhalten werden.