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Effektive Nutzung von Gesundheitsdaten

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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DGVP e.V. für Gesundheit fordert:

Nutzung von Gesundheitsdaten zur Behandlung und Versorgung

Wir wollen mit dieser Reihe auf konkrete Fragen der Bevölkerung eingehen, Situationen aus dem alltäglichen Umgang mit dem Gesundheitswesen erklären, Hintergründe und Konsequenzen aufzeigen.

Unser heutiges Thema:

Warum ist eine effektive Nutzung von Gesundheitsdaten zur Behandlung und Versorgung von Patienten so wichtig? Haben auch Sie eine konkrete Frage? Gerne nehmen wir Ihr Thema auf! DAS Netzwerk Dübbert & Partner

Warum ist eine effektive Nutzung von Gesundheitsdaten zur Behandlung und Versorgung von Patienten so wichtig?

Seit 1989 kämpft die DGVP - als unabhängiger, gemeinnütziger Verein - für ein effektiveres, besseres und bezahlbares Gesundheitssystem in Deutschland, das Bürgern und allen Akteuren im Gesundheitswesen zu Gute kommt. Ein Kampf, in dem "dicke Bretter gebohrt werden müssen" - denn hier stehen sich viele gegensätzliche Interessen im Weg und verhindern ein für alle Beteiligten effektives Gesundheitswesen.

Heute ein Thema, das für unsere Zukunft immer wichtiger wird: Die Nutzung von Daten im Gesundheitsbereich.

Die Fakten:
Für alle Lebensbereiche gilt schon jetzt und auch in der Zukunft: "Ohne Daten ein Dilemma". Das betrifft die privaten Belange des Bürgers und erst recht alle Unternehmen und die gesamte öffentliche Verwaltung. Nur im Bereich des Gesundheitswesens leisten wir uns den Luxus, in allen Bereichen der stationären und ambulanten Versorgung, Behandlung und Betreuung riesige Datenfriedhöfe anzulegen.

Unmengen von Daten liegen in einzelnen Verantwortungsbereichen

- bei den Krankenkassen, den Krankenhäusern, den ambulant tätigen Ärzte, den Einrichtungen der Pflege, den Gesundheitsämter. Und jeder erhebt und pflegt für sich alleine.

Geht es um die individuelle Versorgung des einzelnen Patienten, muss erst in einem aufwändigen Frage- und Antwortspiel zwischen Behandelndem und Patienten ermittelt werden, welche Hintergründe es zum Gesundheitszustand des einzelnen Bürgers gibt. Oft müssen dann die Daten mit sehr viel technischem, personellem und finanziellem Aufwand ermittelt oder hergestellt werden.

Und auch der Patienten kann sich nicht unbedingt an solche Gesundheitseckdaten erinnern, wenn er danach gefragt wird. Manches fällt vielleicht sogar ganz unter den Tisch.

Darunter leidet letztendlich die Lebensqualität des Patienten und auch des Mitarbeiters der jeweiligen Berufsgruppe - denn immer wieder müssen mit erhöhtem Aufwand die Ansätze für die Versorgung gefunden werden. Dies kostet Zeit und Geld und führt zur Verzögerung im Ablauf der gesamten Behandlung des Patienten - erst recht dann, wenn mehrere Berufsgruppen und Institutionen involviert sind.

Außerdem: Die Gefahr durch eine falsche Medikamentenverschreibung lässt sich durch eine gute Dokumentation in diesem Gesundheitspass vermeiden. Auch die Verschreibung von Medikamenten, die sich gegenseitig aufheben oder sogar zu gefährlichen Komplikationen führen können, wird hierdurch verhindert.

Fazit:

Es geht auch anders. Die Nutzung aller bereits vorhandenen individuellen Gesundheitsdaten in einem einfach handhabbaren und finanziell vertretbaren Gesundheitspass spart Kosten, minimiert Risiken, beschleunigt Diagnose und Therapie und macht das Gesundheitssystem insgesamt zukunftssicher und wirtschaftlicher. Der Gesundheitspass muss sich im Besitz des Bürgers befinden.

Der Bürger selbst muss sich um seine gesundheitlichen Eckdaten kümmern. Das bedeutet, dass ihm die Verantwortung für seine Gesundheit bewusst gemacht und übertragen wird. Der Körper eines Menschen ist sein Eigentum und jeder sollte auch die Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen. Dazu benötigt er Wissen und Daten zu seiner Person, auf die er zugreifen und die er den Behandlern zur Verfügung stellen kann.

Wichtig aus Sicht der DGVP ist:

die Daten zu Gesundheitszustand und Gesundheitslebenslauf bleiben im Besitz des individuellen Bürgers. Den Berufsgruppen und Institutionen der Versorgung/ Behandlung/ Betreuung muss es ermöglicht werden, die Daten auf dem Gesundheitspass zu lesen und auch neue Daten zur Veränderung des Gesundheitszustandes des Bürgers eingeben zu können, ein Herunterladen auf irgendwelche externen Speichermedien muss jedoch unmöglich gemacht werden.

Als Anreiz für die kontinuierliche Datenpflege könnte der Bürger bei Nachweis mit einem Nachlass auf den Beitrag zur Krankenkasse belohnt werden.

Ziel muss der mündige Bürger sein. Er sollte über seinen Gesundheitszustand jederzeit vollends informiert sein, nur so kann er auch Verantwortung übernehmen.

Es ist auch nicht zu vernachlässigen, dass der Bürger durch die Pflege seines Gesundheitspasses auch Risiken beim Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden reduziert, die Diagnose und Therapie beschleunigt und somit sich im Sinne der Strukturen des Gesundheitswesens einbindet. Um das zur erreichen, bedarf es einer breiten Öffentlichkeitsarbeit über die Wichtigkeit der Daten im Gesundheitswesen und über die Notwendigkeit der Verantwortungsübernahme - auch mit dem Ziel, bestehende Ängste vor verständlichem Datenmissbrauch zu verringern.

Der Zukunftsrat - Souveränität im Gesundheitswesen im DGVP erarbeitet auch hierzu  ständig weitere Vorschläge und Anregungen. Aber . es sind sehr dicke Bretter zu bohren und die Quadratur des Kreises ist und bleibt eine spannende Herausforderung. DGVP e.V. für Gesundheit