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Vorsorge und Prävention

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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Pressemitteilung 06/2013. Berlin/ Worms 14.02.2013. Pressestelle DGVP e.V. für Gesundheit. Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten. Zur Veröffentlichung freigegeben für DAS Netzwerk Dübbert  & Partner

Fern- und Vielfahrer keine Zeit für den Arzt

Von Fernfahrern wird erwartet, dass sie fit, gesund und belastbar sind. Doch die Struktur ihrer Arbeit macht es schwer, notwendige Arztbesuche und Präventionsangebote wahrzunehmen. Gemeinsam mit der Akademie und Institut für Sozialforschung e.V. fordert die DGVP eine dem Verkehrsbedarf angepasste Versorgung - erreichbar und bezahlbar für die Arbeitnehmer zu deren Sicherheit, der Sicherheit der Allgemeinheit und zur Minimierung des volkswirtschaftlichen Schadens.

Erhöhtes Gefährdungspotenzial bei Fern- und Vielfahrern

9,6 Millionen Arbeitnehmer arbeiten europaweit im Sektor Verkehr und Logistik. Fern- und Vielfahrer sollen zuverlässig, leistungsstark und belastbar sein.

Doch liegt die Prävention für die Mitarbeiter gerade in diesem Wirtschaftsbereich sehr im Argen.

Fernfahrer und Vielfahrer müssen leistungsstark und belastbar sein. Zuverlässigkeit ist wichtig. Ein Teil dieser Berufsgruppen muss alle 5 Jahre zur ärztlichen Untersuchung, um weiterhin den Beruf ausüben zu können.

Der politisch gewünschte internationale Wettbewerb

führt europaweit zu einer Sparpolitik in den Unternehmen. Mit Folgen auch für die Arbeitnehmer: Die Mitglieder dieser Berufsgruppen leiden zunehmend unter körperlichen, psychischen Belastungen gekoppelt mit schlechter Ernährung, Bewegungsmangel, Zeitdruck, unregelmäßigen Arbeits- und Pausenzeiten. Gleichzeitig stehen sie unter ständiger Kontrolle und müssen erreichbar sein. Das bedeutet Stress für Körper und Psyche.

Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit der Fern- und Vielfahrer liegt bei 56 Stunden

Untersuchungen haben gezeigt, dass Arbeitszeiten über 40 Wochenstunden zu Schlafstörungen, Herzleiden, Rücken- und Magenbeschwerden führen können. In allen EU-Staaten ist jedoch die Gesundheitsversorgung wohnortbezogen organisiert.

Daraus resultiert bei Fernfahrern eine systembedingte gesundheitliche Unterversorgung: Den auftretenden Beschwerden begegnen die Arbeitnehmer aus Zeitmangel und Angst vor Arbeitsplatzverlust sehr oft durch Selbstmedikation, ohne medizinische Kontrolle.

Hinzu kommt, dass durch den internationalen Wettbewerb im Bereich Verkehr und Logistik der Niedriglohnsektor rapide zugenommen hat. Dies zwingt die Mitarbeiter zu einem sparsamen Lebenswandel, der Auswirkungen auf die Gesundheit nehmen kann. Eine neue Brille beispielsweise ist oft nicht im Budget.

All dies führt nachweisbar zu einer gesundheitlichen Überlastung und zu unkalkulierbaren Gefahren für das einzelne Mitglied dieser Berufsgruppen, aber auch für die Öffentlichkeit.

Obwohl die etwa 1,6 Millionen sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter aus der Branche Verkehr und der Logistik in Deutschland jährlich ca. 8 - 9 Milliarden Euro Beiträge in die Krankenkassen zahlen, gibt es nur eine geringe Ausrichtung auf die Anforderung der Menschen in diesem Wirtschaftsbereich.

Es muss die Frage gestellt werden, ob und wie die bisher ausschließlich wohnortbezogene ambulante Gesundheitsversorgung so modifiziert werden kann, dass diese Mitarbeiter besser gesundheitlich versorgt werden können. Das trägt dann nicht nur zu deren Gesundheit bei, sondern reduziert die Gefahren und verbessert die Produktivität in der Transportwirtschaft.

Die einseitig ausgeprägte Sparwut bei Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation gefährdet Menschenleben und verursacht unnötige Risiken.

Die DGVP e.V. beschäftigt sich mit der Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung aller Bürger und begrüßt eine Initiative der Akademie und Institut für Sozialforschung e.V. in Verona.

Der Fokus der Initiative liegt auf einer Sicherung der Gesundheit und der Vermeidung von Risiken im Bereich Verkehr und Logistik in Deutschland und auf europäischer Ebene.

Ein Bestandteil der Initiative sind sogenannte Zentren für Kraftfahrer-Gesundheit, die Angebote von Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation umfassen.

Wir fordern eine dem Verkehrsbedarf angepasste Versorgung, die erreichbar und bezahlbar ist sowie dazu beiträgt, dass Menschen nicht geschädigt werden und der volkswirtschaftliche Schaden minimiert wird.