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Sachwert ersetzt nicht Sachverstand

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Finanzen

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Der Autor Thomas Hennings ist seit über 10 Jahren Experte für Makroökonomie und Sachwertlösungen. Kontakt

Die aktuelle Lage der Finanzbranche sieht wie folgt aus

die Kapitalanlagenberatung und Vermittlung steht in einem völligen Umbruch. Durch den neuen §34f der Gewerbeordnung ist dieser Bereich neu reguliert worden.

Strenge Auflagen und Qualifikationsnachweise müssen nunmehr von Kapitalanlagenvermittler- / Berater eingehalten werden, die Investmentfonds, geschlossene Beteiligungen und sonstige Vermögensanlagen vermitteln. Ferner werden von nun an alle Finanzdienstleister in diesem Segment in einem öffentlichen Register geführt, analog des in 2007 in Kraft getretenen Versicherungsvermittlerregisters.

Interessant dabei ist, dass gelernte Bankkaufleute kurz vor der Gesetzesverabschiedung von einem gesonderten Qualifikationsnachweis befreit wurden, da sie laut Gesetzgeber durch ihre Banklehre die Qualifikationen automatisch inne haben.

„Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!“

Seit Beginn der „offiziellen“ Finanz-, Banken- und Staatskrisen (Experten warnen bereits seit Einführung des Euros darüber!), sind Sachwerte zur Vermögenssicherung in aller Munde, mittlerweile auch bei Banken und Versicherungen. Auf einmal ist der Gegner von Festgeld, Bausparen, garantierten Zinsen usw. ein willkommenes Verkaufsargument für neue eigene Umsätze.

Was zeichnet eigentlich einen sogenannten Sachwert aus und was hat den Anschein eines Sachwertes?

Als Sachwert bezeichnet man den von Wirtschaftsgütern (z. B. Immobilien, Grundstücken, Metallen, Schmuck, Maschinen usw.) verkörperten Gebrauchswert, der unabhängig von Geldwertschwankungen (Inflation) ist. Im Umkehrschluss sind wären also alles keine Sachwerte, die dieses nicht verkörpern.

Irreführung des Marktes „Sachwerte“

In der Finanzbranche werden folgende Anlageformen und Assetklassen als Vermögenssicherung im Sachwertbereich vermarktet, z.B. private und gewerbliche Immobilien, Gold, Silber, Schiffe, Aktien, Flugzeuge, Rohstoffe, erneuerbare Energien, Öl, Erdgas, private Equity, Infrastruktur, u.v.m.

Die Frage, die man sich stets bei den Sachwertinvestitionen stellen muss ist, wie kann ich als Anleger / Investor in solche Wirtschaftsgüter bzw. Sachwerte investieren, direkt (z.B. physischer Eigentum und Besitz) oder indirekt durch z.B. komplizierte Fonds- oder Beteiligungskonstrukte o.ä.?

Durch die Geld- und Finanzkrise überschwemmen zunehmend Initiatoren den Markt, die ihre neukonzipierten Sachwertanlagen als Vermögensschutz z.B. gegen die Inflation verkaufen.  

Nicht überall ist ein Sachwert enthalten, wo Sachwert draufsteht!

Nehmen wir z.B. einen geschlossenen Immobilienfonds. Hierin glaubt der Anleger (und auch viele Finanzdienstleister), der Anleger wäre direkt am Sachwert der Immobilien beteiligt. Weit gefehlt, die Anleger erwerben Anteile an dem Fondskonstrukt.

Durch die Verschachtelung in diesen Beteiligungsmodellen durch diverse eigenständige Firmen (i.d.R. AG`S und GmbH`s), weiß zum Schluss eigentlich keiner mehr genau, wo und wie ist das Geld investiert und wo wird der Gewinn eigentlich realisiert?

In welchen dieser Firmenkonstrukte sind die tatsächlichen Immobilienwerte enthalten? Partizipiere ich als Anleger vollumfänglich an den Wertsteigerungen und an möglichen steuerlichen Effekten? Die Aktualität der Ereignisse in diesem Bereich zeigt wieder einmal, dass man genau prüfen muss, in welche Konstruktion ich meine Gelder investiere.

Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Genussrechte mit festen Zinsauszahlungen

Auch hier wieder das Beispiel anhand der Immobilie. Der Anleger glaubt an einem Sachwertunternehmen investiert zu sein. Tatsächlich aber erhält er nur von der Firma A), in die er investiert hat, einen festen Zins über einen vertraglich festgelegten Zeitraum und zum Schluss die Auszahlung seiner Einlage zzgl. möglicher Schlussgewinne.

Die zur Firma A) gehörende aber eigenständige Firma B) aber tätigt mit den Anlegergeldern aus Firma A) die Investitionen in die eigentlichen Sachwerte, nämlich in die Immobilien. Von den gesamten Wertsteigerungen und weiteren positiven Effekten bleiben diese Anleger außen vor. Sie erhalten Ihr Zinsversprechen, sofern alles funktioniert. Ein Genussrecht in dieser Form als Sachwert zu vermarkten ist schon spannend!

Bankenunabhängigkeit

Ferner sollte man bei aller Sachwerteuphorie stets prüfen, wie hoch ein möglicher Fremdkapitalanteil in der jeweiligen Anlageform herrscht. Am Markt sind z.B. geschlossene Fonds üblicherweise zu über 50% über Banken finanziert, d.h. unter 50% sind Anlegergelder. Der Kreditgeber entscheidet in solchen Relationen immer, was passiert. Daran wird sich auch zukünftig nie etwas ändern!

Verändert sich nunmehr die grundsätzliche Einstellung der Banken zu solchen Konstrukten oder gar gesetzliche Veränderungen (Solvency II / III) treten in Kraft, dann haben alle Initiatoren, Anleger und auch Vermittler wahrhaft riesengroße Probleme zu bewältigen.

Sehr schmerzhaft müssen das seit Monaten enorm viele Anleger z.B. in Schiffsbeteiligung verkraften. Und hier ist ein Ende der Fahnenstange bei weitem nicht in Sicht.

Echte Sachwerte sollten innerhalb eines Portfolios berücksichtigt werden, um Ruhe, einen Inflationsausgleich und eine Vermögenssicherung zu erhalten.

Dieses kann nur funktionieren, wenn ich diverse wichtige Parameter bei der Auswahl meiner gewünschten Anlageform berücksichtige. Denn nur der reine Titel des Konzeptes „Sachwert“ ersetzt hierbei noch lange nicht den Sachverstand.