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Bis zu mehr als 50% weniger Altersversorgung für Kammerberufler

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Vorsorge

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München im Juni 2013. Autoren: PM Dr. Johannes Fiala / Diplom-Mathematiker Peter A. Schramm.

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Bis zu mehr als 50% weniger Altersversorgung für Kammerberufler*

Risiken für Ärzte, Notare, Steuerberater, Anwälte, Zahnärzte, Architekten, Wirtschaftsprüfer

Siehe auch: Kammerberufe: PKV, GKV

Rund 90 Versorgungswerke, auch Versorgungskammern genannt, sammeln als Körperschaften des öffentlichen Rechts bei ihren „Zwangsmitgliedern“ Gelder für den Aufbau einer kapitalgedeckten Altersversorgung ein. Bisherige und absehbare Rentenkürzungen stellen das System in Frage.

Kein Ausstieg durch Zahlungsverweigerung

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschied, dass kein Zwangsmitglied „wegen einer vermeintlich fehlerhaften und die Auswirkungen der Finanzkrise nicht berücksichtigenden Anlagestrategie des Versorgungswerks“ seine Beitragszahlung einstellen darf (OVG Lüneburg, Beschluss vom 03.02.2012, Az.8 LA 156/11).

Verantwortung von Berufskammern und Verwaltungsräten

Dabei darf nicht übersehen werden, dass die Berufskammern aus dem Kreise ihrer Vorstandschaft regelmäßig Verwaltungsräte zur Überwachung der Geschäftsleitung von Versorgungskammern entsenden. Die hohe Verantwortung dieser Kompetenzträger wird dadurch unterstrichen, dass ihnen eine strafrechtliche Amtsträgerfunktion zugesprochen wird (LG Hamburg, Urteil vom 23.11.2007, Az. 608 KLs 3/07). Dieser Verantwortung dürfte es kaum gerecht werden, sofern etwa 150 Euro Sitzungsgeld bezahlt werden, keine risikoadäquate Haftpflichtversicherung besteht, oder sich die Verwaltungsräte keine unabhängige versicherungsmathematische Beratung sichern?

Kritische Juristen meinen, dass die praktizierte Schweigepflicht der Verwaltungsräte gegenüber den Mitgliedern ihrer Berufskammern nicht mehr zeitgemäß sei.

Fragliches Risikomanagement

Einige Versorgungswerke mussten bereits einräumen, dass sämtliche stillen Reserven aufgebraucht seien. Allein durch Anlageverluste während der Subprimekrise, der Griechenland- und Zypernkrise, aber auch durch die steuerliche Zusatzbelastung des Alterseinkünftegesetzes sollen bereits bis zu mehr als 30% Rentenkürzung führen. Das Risiko für die Altersversorgung spiegelt sich bereits darin wieder, dass Versorgungskammern auch in „Aktien, Private Equity, Hedgefonds, Rohstoffe, strukturierte Zinsprodukte“ und ähnliche „Giftpapiere“ investieren. Wo das Risikomanagement in den letzten Jahren versagt hat, werden die Mitglieder nicht erfahren. Das Verwaltungsgericht München entschied, dass dem einzelnen Mitglied des Versorgungswerkes keine detaillierten Auskünfte zustehen (VG München, Urteil vom 21.10.2010, Az. M 12 K 10.2643). Die Zeitschrift Capital titelte dann 2012 „Das Kartell des Schweigens“. Tatsächlich wird man davon ausgehen müssen, dass alleine schon die seit Mitte der 90er Jahr stark gesunkenen Marktzinsen sowie die Verlängerung der Lebenserwartung die Renten am Ende mehr als halbiert haben werden – gegen diese sichere Entwicklung hilft aber auch kein Risikomanagement mehr.