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DAS Übel: private und betriebliche Altersversorgung

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Vorsorge

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Autoren: PM Dr. Johannes Fiala / Dipl.-Math. Peter A. Schramm
München im September 2013. Freigegeben zur Veröffentlichung für DAS Netzwerk Dübbert & Partner

Private und betriebliche Altersversorgung: Streichung der Bewertungsreserven weiter auf der Tagesordnung *

- Verluste bis zu mehr als 15 % bei Lebensversicherungen durch Federstrich des Gesetzgebers –

Überschussbeteiligung aus Bewertungsreserven stark gestiegen

Seit mehr als 10 Jahren leiden die Renditen der Lebensversicherungen unter den niedrigen Kapitalmarktzinsen. Abstriche von bis zu mehr als 30 % gegenüber den noch bis zur Jahrtausendwende erweckten Erwartungen sind dadurch die Regel. Doch erleben Kunden mit gekündigten oder abgelaufenen Verträgen seit etwas über rund einem Jahr einen kleinen Lichtblick: Gerade wegen der niedrigen Zinsen erhalten sie bis zu mehr als 15 % Leistung extra aus den sogenannten Bewertungsreserven.

Diese sind zuletzt stark gestiegen, weil die höherverzinslichen Papiere, in die Lebensversicherungen vor vielen Jahren investiert haben, an der Börse infolge der geringeren Marktzinsen weit mehr wert geworden sind, als seinerzeit dafür bezahlt wurde. Diesen Gewinn, als Überschuss des sogenannten Zeitwertes in Form des Börsenwertes über den als Buchwert zählenden Einkaufspreis - die sogenannten Bewertungsreserven – müssen die Versicherungen gesetzlich zur Hälfte mit ihren Kunden bei Fälligkeit – Ablauf oder Kündigung – einer Kapitallebens- oder –Rentenversicherung teilen.

Weitgehende Streichung der Beteiligung an den Bewertungsreserven droht kurzfristig

Wegen der stark gesunkenen Marktzinsen erhalten Kunden gerade mit bereits lange laufenden Verträgen so zusätzliche Zahlungen von bis zu mehr als 15 %. Bei einem Lebensversicherungsvertrag, der 30 Jahre lang mit monatlich 200 EUR bespart wurde, können die Bewertungsreserven so eine Ablaufleistung von 110.000 EUR durchaus um 20.000 EUR und mehr bis auf über 130.000 EUR steigern. Diese erheblichen Abflüsse allerdings sehen die Versicherer jedoch gar nicht gerne, denn das Geld würde eigentlich dringend in den nächsten Jahren benötigt, um die Leistungsfähigkeit bei weiter laufenden Verträgen aufrechtzuerhalten. Anfang dieses Jahres ist der Versuch am Einspruch des Bundesrates gescheitert, diese Beteiligung auf ein Minimum einzudampfen.

Streichung bald nach der Wahl?

Aufsichtsbehörde BaFin wie auch die Versicherungslobby in Form des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft sind jedoch entschlossen, es dabei nicht zu belassen. So steht die Agenda der fast vollständigen Streichung der Beteiligung an den Bewertungsreserven weiterhin auf dem Programm – bald nach der Bundestagswahl könnte sie umgesetzt werden.

„Wir halten es für notwendig, dass dieses Thema in der nächsten Legislaturperiode wieder aufgegriffen und entsprechend auch ernsthaft behandelt wird“, forderte der GDV-Lobbyist Schwark jüngst gegenüber Plusminus.