Dübbert & Partner DAS NETZWERK, Versicherungsprüfung, Anlageprüfung, leistungsorientierte und beitragsoptimierte Tarife, das Auswerten des "Kleingedruckten" durch Fachmakler (biometrische Risiken), Fachanwälte (Bank- und Kapitalmarktrecht), gerichtlich zugelassene Rentenberater.

>Zum Datenschutz finden Sie die Ausführungen hier unter diesem Link<

Beiträge

Drucken

Sind die Beiträge von PKV-Unisextarifen ab 2013 gesetzwidrig überhöht?*

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

Bewertung:  / 27
SchwachSuper 

 

Zur Veröffentlichung freigegeben für DAS Netzwerk Dübbert & Partner von:

*von Dr. Johannes Fiala, RA (München), MBA Finanzdienstleistungen (Univ.), MM (Univ.), Geprüfter Finanz- und Anlageberater (A.F.A.), LB (Univ.), Bankkaufmann (www.fiala.de)
und
Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverständiger für Versicherungsmathematik (Diethardt), Aktuar DAV, öffentlich bestellt und vereidigt von der IHK Frankfurt am Main für Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung (www.pkv-gutachter.de).

Unwirksame Beitragsanpassungen und Steuernachforderungen beim Versicherer als Folge

Bei der Einführung der geschlechtseinheitlichen sogenannten Unisextarife in der Privaten Krankenversicherung (PKV) wurden überwiegend die Beiträge durch einen von bisher 3,5 % - dem weiterhin gültigen Höchstrechnungszins gemäß § 4 der Kalkulationsverordnung (KalV) - auf bis zu weniger als 2,75 % abgesenkten Rechnungszins gewissermaßen künstlich erhöht. Eine Notwendigkeit dazu bestand indes in der Regel nicht, da die Überprüfung des Rechnungszinses mit dem Verfahren des sogenannten „Aktuariellen Unternehmenszinses“ (AUZ) meist noch die Beibehaltung von 3,5 % Rechnungszins zugelassen hat.

Daraus ergeben sich begründete Zweifel, ob die damit berechneten Beiträge den gesetzlichen Anforderungen der Kalkulationsverordnung (KalV) entsprechen. Dies wirkt sich dann nicht nur weiter auf die Wirksamkeit von Beitragsanpassungen ab 01.01.2014 der Unisextarife, sondern sogar auf die steuerliche Anerkennung der Alterungsrückstellung insgesamt aus.

Verlautbarung der Deutschen Aktuarvereinigung

In einer Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung aus 2012 zur Einführung der Unisextarife heißt es:
„Wenngleich die erzielte Nettoverzinsung und die AUZ-Berechnungen auch noch Werte über dem Höchstrechnungszins gemäß § 4 KalV ergeben sollten, so dürften die Zinsmargen kaum noch ausreichen, um die Ziele der Beitragsentlastung im Alter angemessen erfüllen zu können.

Die DAV empfiehlt aus diesem Grunde, für die neu zu kalkulierenden Unisex-Tarife einen Zinssatz in Höhe von höchstens 2,75 % einzurechnen.“

Auch wenn also eine Notwendigkeit zur Absenkung des Rechnungszinses nicht gegeben ist, soll er zur Erhöhung der Zinsüberschüsse in Höhe der Marge zur tatsächlich erzielten Verzinsung gesenkt werden. Denn dies steigere die Zinsüberschüsse, wovon 10 % dem Unternehmen und den Aktionären, aber 90 % den Versicherten für eine Beitragsstabilisierung allerdings erst im Alter zugutekommen. Dies zahlen die Versicherten jedoch heute mit bis zu mehr als 20 % zusätzlich erhöhten Beiträgen.