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Brauchen wir immer einen Arzt?

Geschrieben von awesome am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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Presseinformation Nr. 23 / 2014 Berlin / Augsburg, 21.10.2014Pressestelle Bürger Initiative Gesundheit e.V.

11. Plattform Gesundheit des IKK e.V

Bei der "11. Plattform Gesundheit des IKK e.V." (IKK e.V. = Gemeinsame Vertretung der Innungskrankenkassen) in Berlin standen Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen im Fokus einer breiten Diskussion und gipfelten in der Frage: "Brauchen wir immer einen Arzt?"

Diese Frage wurde von den teilnehmenden Politikern, Wissenschaftlern, Ärzten und Pflegeexperten - wen überrascht es - eindeutig mit "Nein" beantwortet. Eine Aussage, die die Bürger Initiative Gesundheit e.V. in dieser Bestimmtheit erstaunt. Ist es doch unveränderter Tenor der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, dass die Gesamtverantwortung für die medizinische Behandlung dem Arzt vorbehalten ist.

Während die Delegation medizinischer Leistungen ja schon seit Jahrzehnten im ambulanten wie stationären Bereich praktiziert wird, ergeben sich für die Übertragung = Substitution medizinischer Leistungen durchaus Probleme. Diese sind nicht im Handstreich, wie auf der genannten Plattform der IKK, wegzudiskutieren. Zunächst muss klargestellt werden, dass eine "ärztliche" Leistung per Definition nur dann eine ärztliche Leistung ist, wenn sie auch ein Arzt erbringt.

Möchte man diese Leistung auf andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen übertragen

dann muss dies klar gesetzlich geregelt sein. Insbesondere muss eine solche Substitution natürlich mit einer vollständigen Übernahme der Verantwortlichkeit und der Haftung für diese Leistung gekoppelt sein. Hier hat dann die medizinische Gesamtverantwortung des Arztes für Diagnostik und Therapie ihre Grenze.

Ein derartiger Haftungsübergang bringt allerdings nicht unerhebliche Probleme mit sich, wie derzeit die Hebammen leidvoll erfahren mussten. Ob Pflegekräfte, die ja sowohl ambulant als auch stationär häufig am Limit ihrer Kräfte arbeiten, weitere Aufgaben unter diesen Bedingungen übernehmen möchten, ist mehr als fraglich.

Insofern ist die Aussage von Thomas Meißner, Mitglied des Präsidiums des Deutschen Pflegerates, dass "das arztzentrierte Gesundheitssystem in Deutschland auf den Prüfstein gestellt werden müsse", schon starker Tobak. Bürger, Versicherte und Patienten fragen sich dann ernsthaft nach den Beweggründen derartiger Äußerungen. Hier möchten ganz offenkundig weitere "Player" im Gesundheitswesen ein Stück des finanziellen Kuchens für sich ergattern.