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Der späte Wechsel zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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München im Juli 2015 - PM Dr. Johannes Fiala / Dipl.-Math. Peter A. Schramm. Freigegeben für DAS Netzwerk Dübbert & Partner

Der späte Wechsel zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung und andere Alternativen *

Warum der vollständige Abschied von der Privaten Krankenversicherung fraglich ist ?

Ein 55-jähriger meldet sich beim versicherungsmathematischen Sachverständigen, nachdem seine Private Krankenversicherung (PKV) die Prämien binnen neun Jahren mehr als verdoppelt hatte, obwohl er doch schon fast dreißig Jahre versichert ist. Der Aktuar entgegnet, ja, das habe ich gerade mal für einen Kunden berechnet – um die 8 % jährliche Steigerung sind durchaus realistisch, gerade wenn man schon länger versichert ist.

Der Irrtum zu geringeren Beitragsanpassungen für Langversicherte

Wäre er erst seit 10 Jahren versichert, hätten die Prämien seitdem nur um ca. 50 % erhöht werden müssen. Wenn der Tarif um 4 % steigt, wird der Kunde nämlich um ca. 4 % des Neuzugangsbeitrag zu seinem erreichten Alter angepasst. Wenn er aber wegen des früheren Eintrittsalters und der hohen angesammelten Alterungsrückstellung nur die Hälfte des aktuellen Neuzugangsbeitrags zahlt, dann beträgt die gleiche Steigerung in Euro bei ihm 8 Prozentpunkte.

Das ist Gesetz und Versicherungsmathematik und daher nahezu zwangsläufig und korrekt. Kunden, die angesichts der drohenden Altersarmut durch PKV-Kosten meinen, sie müssten schon mal ein Plätzchen unter der Brücke reservieren, sollten sich fragen, warum sie eigentlich in die PKV gegangen sind, wenn sie sich dies im Alter bei geringeren Einkünften gar nicht leisten können.

Tarifwechsel in Spartarife stabilisiert keine Beitragserhöhungen

Der Versicherte sei aber vor vier Jahren in einen preiswerteren Tarif gewechselt, und seitdem seien die Beiträge prozentual noch mehr gestiegen. Auch das sei völlig korrekt und zu erwarten, entgegnet der Mathematiker. Wer bisher 500 EUR in einem Tarif zahlt, der für den gleichalten Neuzugang 1.000 EUR kostet, wird bei einer Tarifanpassung um 4 % des Neuzugangsbeitrag um 40 EUR oder 8 % seines gezahlten Beitrags erhöht. Wer in einen Tarif wechselt, der im Neuzugang zu seinem erreichten Alter nur 700 EUR kostet, zahlt dort abzüglich der bisherigen 500 EUR Nachlass aus der Alterungsrückstellung nur 200 EUR. Wenn dieser Tarif dann um 4 % des Neuzugangsbeitrags oder 28 Euro angepasst wird, sind dies bezogen auf die gezahlten 200 EUR sogar 14 Prozentpunkte. Die prozentualen Erhöhungen nehmen also durch den Tarifwechsel in der Tendenz sogar zu, auch wenn der Versicherte lieber das Gegenteil glauben möchte.