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Verlustgeschäft durch Anrechnung eigener Einkünfte auf die Rente für Hinterbliebene

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Vorsorge

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München im August 2015 - PM Dr. Johannes Fiala / Dipl.-Math. Peter A. Schramm. Zur Veröffentlichung freigegeben für DAS Netzwerk Dübbert & Partner

Sicheres Verlustgeschäft durch Anrechnung eigener Einkünfte auf die Rente für Hinterbliebene*

Wann Privat-, Betriebsrenten, Kapitaleinkünfte und eigene DRV-Rente die Versorgung kürzen

„Diamonds are a girl's best friend“ (Marilyn Monroe 1953)

Hinterbliebene reiben sich die Augen, wenn die Hinterbliebenen-Versorgung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) nach drei Monaten bis auf Null gekürzt wird. Betroffen sind von dieser – zuletzt 2002 verschärften - Regelung ab 2002 geschlossene Ehen oder solche, wenn beide Ehegatten ab 1962 geboren sind. Dann werden 40% des zusätzlichen Nettoeinkommens angerechnet, also von der Hinterbliebenenversorgung abgezogen. Die Werbung der Versicherer für die „eigene Versorgung“ von Ehefrauen erweist sich dann als sicheres Verlustgeschäft.

Nur das Sozialhilfeniveau ist durch einen Freibetrag vor Kürzung gesichert

Durch einen Freibetrag bleibt nur ein Existenzminimum verschont, nämlich Einnahmen von 755,30 Euro p.M. in den alten Bundesländern und 696,70 Euro p.M. in den neuen Bundesländern.

Frei von Anrechnung, also Abzügen, bleiben nur steuerfreie Einnahmen (z.B. Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter, bei Erwerbsminderung und Sozialhilfe) sowie Riesterrenten.

Die Rentenkasse fordert zur Überprüfung und Kürzung dann einen Steuerbescheid an.

Privatrenten und andere Einkünfte inklusive Betriebsrenten werden angerechnet

Damit dürfte bei Betriebsrenten aus Entgeltumwandlung, Direktversicherungen, wie auch bei Privatrenten die verbleibende "Rendite" - es dürfen vom Nettobetrag nach Steuern und Sozialabgaben nur 60 % behalten werden - sofort ins Negative gehen. Es fragt sich, ob Neuabschluss oder Fortführung solcher Verträge sinnvoll ist, oder durch rechtzeitige Kündigung und Einmalzahlung dieser Effekt verhindert werden kann.

Die Lebensversicherer werben für eine eigene Vorsorge der - verheirateten - Frauen. Für Makler und Versicherungsvertreter stellt sich die Frage der Haftung, z.B. wenn solche unsinnigen Verträge mit Verlust gekündigt werden. Ebenso für Arbeitgeber: Gegebenenfalls wäre dies eine Chance zur Rückabwicklung von Direktversicherungen oder Entgeltumwandlungen, womit dann auch die Belastung mit den vollen GKV-Beiträgen im Alter als Rentner nicht mehr anfällt.

Betroffen sind auch Privatrenten für den versterbenden Ehegatten, wenn diese etwa eine Rentengarantiezeit oder eine Hinterbliebenenrente vorsehen, und zwar auch dann, wenn die Hinterbliebenen dann dafür eine Kapitalabfindung wählen. Es wäre daher vielleicht besser, ohne Garantiezeit und Hinterbliebenenrente ab Beginn eine dann umso höhere Rente zu versichern oder jemand anderen zu begünstigen als den Ehegatten.