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Pflege: Schon wieder eine Selbstverwaltung

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Krankenversicherung

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Pflegekammern: Die Pflege braucht eine Selbstverwaltung?

Über Selbstverwaltungen im Gesundheitswesen kann man durchaus geteilter Meinung sein und ebenso heftig streiten.

Die andauernden Vorfälle in der KBV, Kassenärztliche Bundesverwaltung, zeigen wohin das geführt hat und wohin das führen kann. Jahrelanges wegschauen der Gesundheitsminister/innen hat diesen Sumpf erst ermöglicht. Nun also eine selbstverwaltende Pflegekammer.

Zweifelhafte Gehälter, zweifelhafte Pensionen, zweifelhafte Immobiliengeschäfte, etc.

Der ganze Sumpf der KBV ist derart tief, das sich nun Gesundheitsminister Hermann Gröhe genötigt sah der Selbstverwaltung die Daumenschrauben anzuziehen. Entweder Aufklärung oder Zwangsverwaltung. Die KBV hat sich zu ersterem „entschieden“.

KBV-Chef Andreas Gassen zeigt sich zuversichtlich

Die Praktiken der Vergangenheit werden ausgearbeitet, so KBV-Chef Gassen. Ob Zuversicht alleine reicht? Aufräumen sieht jedenfalls anders aus als bloß zuversichtlich zu sein.

Nun also eine, geforderte neue Selbstverwaltung Pflege

Dazu der Staatssekretär: Die Pflege braucht eine starke Selbstverwaltung
„Staatssekretär Karl-Josef Laumann begrüßt ausdrücklich die Aktivitäten in Deutschland zur Errichtung von Pflegekammern. Denn nur in einer Pflegekammer, in der auch alle Pflegefachkräfte vertreten sind, können die Interessen der Berufsgruppe gebündelt und kommuniziert werden“. Quelle: Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigten für Pflege.


 

Selbstverwaltung?

Eigentlich beinhaltet das Wort an sich schon das was böses ahnen lässt. „Selbst und Verwaltung“. Die Interpretation von: wir verwalten uns selber und halten den Deckel dicht. Denn nur so konnte doch jahrelang der Selbstbedienungsladen der Kassenärztlichen Bundes(selbst)Verwaltung ihre Machenschaften unter der Decke halten. Und auch die jeweiligen Gesundheitsminister/innen haben tatenlos zugesehen. Denn diese nun zum Handel zwingenden Missstände sind weis Gott nicht erst seit gestern bekannt.

Mal nicht so genau hinschauen?

Die jüngsten und milliardenschwere Betrügereien in der ambulanten wie stationären Pflege, welche sogar mit Pflegeheimschließungen einher gegangen sind, lassen die Aufsichtsbehörden, hier der MDK, medizinischer Dienst der Krankenkassen, gleich mit in diesen Sumpf fallen.

Denn auch diese Betrügereien und Missstände sind keine gestern aufgetretenen Gegebenheiten sondern über Jahre gewachsene Strukturen.

Selbstverwaltung als Selbstbedienungsläden

Eins darf in diesem Zusammenhang der Vetternwirtschaft und des wegschauen nicht vergessen werden: wir reden von Menschen, von der Würde des Menschen, von Hilfebedürftigen, von Geldern die zwangsweise mit den Kranken- und Pflegebeiträgen eingezogen und verteilt (Gesundheitsfonds) werden. Veruntreuung von Versichertengeldern ist ein Straftatbestand. Wer wird wie zur Rechenschaft gezogen und in Regress genommen?

Ob Zuversicht ausreichend ist wie KBV-Chef Gassen meint?

NEIN. Wenn dieser Sumpf von Selbstbedienung nicht endgültig trocken gelegt wird, dann bleibt die Selbstbedienungsmentalität erhalten. Daraus folgt: Die Pflegekammern müssen keine Selbstverwaltung bekommen sondern eine Zwangsverwaltung. Am Beispiel der KBV lässt sich unschwer absehen was aus der Selbstverwaltung der Pflegekammern im Laufe der Jahre wird, werden kann. Selbstbedienung auf Kosten der Versicherten, der Pflegebeiträge und auf dem Rücken von Pflegepersonal und Hilfebedürftigen.

Ob ein jetziger Gesundheitsminister Gröhe oder sein Nachfolger, Nachfolgerin das aufräumen und gar nicht erst entstehen beaufsichtigen kann bleibt mehr als fraglich.

Auszüge: Wir haben berichtet: