Dübbert & Partner DAS NETZWERK, Versicherungsprüfung, Anlageprüfung, leistungsorientierte und beitragsoptimierte Tarife, das Auswerten des "Kleingedruckten" durch Fachmakler (biometrische Risiken), Fachanwälte (Bank- und Kapitalmarktrecht), gerichtlich zugelassene Rentenberater.

>Zum Datenschutz finden Sie die Ausführungen hier unter diesem Link<

Beiträge

Drucken

Provisionsfreie Nettopolicen:

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Versicherung News

Bewertung:  / 7
SchwachSuper 

 

Zur Bemessung des Wertersatzanspruchs des Versicherungsvertreters.

Der Wert einer Versicherungsvertreterberatung beziehungsweise -vermittlung wird bei der eventuell gebotenen typisierten und objektivierten Betrachtungsweise deutlich unter dem Wert einer Versicherungsmaklerleistung liegen. Denn eine der wesentlichen Pflichten des Versicherungsmaklers, seiner Beratung eine größere Zahl von auf dem Markt angebotenen Versicherungsverträgen von verschiedensten Versicherern zugrunde zu legen, wird der Versicherungsvertreter nicht oder nur unzureichend erledigen, § 60 Abs. 1 Satz 1 VVG. Dies gilt auch bei dem durchaus häufigen Fall, daß die Nettopolice von einem Pseudo- oder Scheinmakler erbracht wird, der nur mit einem oder wenigen Versicherern zusammenarbeitet.

Allerdings kann es sich beim Vertreter auch um eine große Vertriebsorganisation handeln, der ein Versicherer z.B. seine gesamte Vertriebsorganisation übertragen hat, deren Kosten vom Versicherungsnehmer durch die Vermittlungsvergütungsvereinbarung zu tragen sind. Manchmal müssen solche Vertriebe für eine Ausschließlichkeitsvertrag sogar noch eine Lizenzgebühr an den Produktgeber zahlen, aus der dieser seine internen Vertriebskosten deckt, soweit diese Aufgaben nicht auch der Vertrieb übernommen hat, samt Aufbau und Schulung des Vertriebs, Risikoprüfung und Policierung. Dies erhöht trotz qualitativ nach außen gleicher Beratung den Wert der Vermittlungstätigkeit für den Versicherungsnehmer, weil er diese Kosten nicht an den Versicherer mit der Prämie zahlen muss. Eine einfache typisierende Einteilung in Makler und Vermittler verbietet sich daher.

Abschlusskostenvereinbarung mit Versicherer.

Anders beurteilt der BGH separate – sonst sehr ähnliche – Abschlusskostenvereinbarungen des Versicherers selbst mit dem Versicherungsnehmer. Diese Kosten sind separat mit der Prämie oft ebenfalls in Raten über die ersten 60 Monate zu zahlen. Der BGH sieht dies als erlaubt, doch gilt danach der Schicksalsteilungsgrundsatz der Prämie. Somit entfällt die Pflicht zur Zahlung der restlichen Raten der Abschlusskosten mit einer Kündigung des zugrundeliegenden Versicherungsvertrages - auch die Abschlusskostenvereinbarung ist damit also gemeinsam mit dem Versicherungsvertrag kündbar.

*von Dr. Johannes Fiala, RA (München), VB, MBA Finanzdienstleistungen (Univ.), MM (Univ.), Geprüfter Finanz- und Anlageberater (A.F.A.), LB (Univ.), Bankkaufmann (www.fiala.de)
und
Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverständiger für Versicherungsmathematik (Diethardt), Aktuar DAV, öffentlich bestellt und vereidigt von der IHK Frankfurt am Main für Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung (www.pkv-gutachter.de).