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Arrestbefehl gegen den Schweizer Vermögensverwalter PICCOR AG

Geschrieben von Dr. Duncker am . Veröffentlicht in Pressemappe

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Kritische Presseberichte

Genaue Angaben vom Vorstand der VARIAN AG – Thomas Enzeroth – zum Konzept gab es nicht. Er verwies lediglich auf die neue Computertechnik, mit der derartige Renditen erzielbar seien. Welche konkreten Investitionen getätigt wurden, blieb unklar. Daher wurden im Jahr 2016 die ersten Zweifel an dem Konzept der PICCOR AG laut. Die Renditeprognosen in Höhe von 15%, 20% und bis zu 30% seien nicht erzielbar.

„Einstellung der Dienstleistungen“

Wenig später - Mitte Januar 2017 - setzte die Finma (die Finanzaufsichtsbehörde der Schweiz) dann auch schon den Vermögensverwalter PICCOR AG auf die sog. „Warnliste“. Auf diese Liste werden in der Schweiz Unternehmen gesetzt, die ohne Erlaubnis erlaubnispflichte Finanzdienstleistungen erbringen oder durch deren Anlage-Praxis eine „erhebliche Gefährdung von Anlegern“ naheliegt. In der Folge stellte die PICCOR AG Mitte März 2017 die  „Dienstleistung für Privatkunden aufgrund externer Umstände“ ein.

Wechsel zu Inhaberschuldverschreibungen

In der Folge wurden die Anleger der PICCOR AG dann aber mit einem neuen Angebot angesprochen – es gebe ein neu konzipiertes Finanzprodukt, für das alle erforderlichen Genehmigungen vorlägen. Statt die Anlagebeträge aus dem Vermögens-verwaltungsmandat zurückzufordern, könnten die Anleger ihre bisherige Anlage direkt in die PICCOX-Inhaberschuldverschreibungen (ISIN DE000A19CXZ0/PICCOX) der PICCOX SECURITISATION SA umwandeln. Die PICCOX-Inhaberschuldverschreibung böte noch bessere Renditechancen als die Investition in das Vermögensverwaltungsmandat. Zudem sei die Schuldverschreibung jederzeit veräußerbar. Die Inhaberschuldverschreibungen der Anleger wurden dann – jedenfalls laut der den Anlegern übermittelten Kontoauszüge - in ein bei der Moventum S.C.A. eröffnetes Konto eingebucht. So entschieden sich Anleger der PICCOR AG wohl für ungefähr rund 100 Millionen Euro die Inhaberschuldverschreibungen zu zeichnen.

Geldfluss?

Die Varian AG in Liechtenstein – eigentlich verantwortlich für das Management der PICCOX-Inhaberschuldverschreibungen, überwies dann aber wohl die rund 100 Mio. € zurück an die PICCOR AG in der Schweiz. Thomas Enzeroth behauptet nun, der Schweizer Peter M. habe mit einer Firma LIT Ltd. Gelder im Auftrag der PICCOR AG in Gibraltar verwaltet. Die Rückzahlungen seitens des LIT Ltd. seien dann aber ausgeblieben. Deshalb habe Herr Enzeroth Strafanzeige erstattet. Dafür, dass besagter Herr Peter M. oder die Firma LIT Ltd. in Gibraltar tatsächlich existieren, gibt es keinen Hinweis.

Aussetzung des Handels

Am 03.01.2018 veröffentlichte die PICCOX SECURITISATION SA dann die Meldung, dass sie das öffentliche Angebot für die PICCOX-Inhaberschuldverschreibungen einstellt. Die Zustimmung zur Nutzung des Prospekts sei widerrufen, der Prospekt auf der Website nicht mehr abrufbar. Ein(e) Verkauf/Rücknahme der Inhaberschuldverschreibungen ist seit diesem Zeitpunkt für die Anleger nicht mehr möglich. Angeblich soll bis Ende März 2018 die Rückzahlung der (noch vorhandenen?) Anlegergelder durch die PICCOX SECURITISATION SA erfolgen.