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BGH: Riesterverträge sind unpfändbar

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Pressemappe

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Wann Riestervermögen zumindest teilweise pfändbar ist?

Häufiger fehlen Zulagenanträge oder Einzahlungen sind nur teilweise förderfähig, so dass insoweit sowohl die Pfändung als auch der Zugriff des Insolvenzverwalters in der Einzahlungsphase, also vor Rentenbeginn möglich bleiben. In der Auszahlungsphase werden alle Einkunftsquellen zusammengerechnet – wird der pfändungsfreie Betrag (beim Ledigen derzeit 1.139,99 € p.M.) überschritten, können Riesterauszahlungen - auch im Voraus - gepfändet werden. Erfolgt die Pfändung bis zu einen Monat vor der Insolvenzeröffnung, gerät sie in Wegfall – anderenfalls überdauert diese auch das Insolvenzverfahren, und erledigt sich durch die Restschuldbefreiung gerade nicht.

Millionenfache Pfändbarkeit von Riesterrenten

Seit Jahren beklagten Inkassobüros, nicht zu wissen, was bei Riesterverträgen pfändbar ist – man wartete dort lieber ab, bis Insolvenzverwalter solche Fragen durchgestritten haben. Bei gegenwärtig mehr als 16 Mio. Riesterverträgen haben wohl bis zu mehr als 11 Mio. eine staatliche Zulage beantragt oder erhalten. Zudem kommen noch jene Verträge für den Zugriff durch Insolvenzverwalter, Gläubiger und Inkassobüros in Frage, bei denen die Einzahlung teilweise gar nicht förderfähig sind, und daher pfändbar.

Denn die Förderung hängt u.a. vom Vorjahreseinkommen ab, während die Verträge üblicherweise feste oder dynamisierte Beitragshöhen aufweisen, also ab dem zweiten Vertragsjahr immer wahrscheinlicher nicht an die aktuellen Verhältnisse angepasst wurden. Wer geht schon jährlich zum Berater, um die Beitragshöhe als Maßanzug passgenau zu bestimmen?

Riester für künftige Bezieher der Grundsicherungsrente?

Mindestens 100 € p.M., vom übersteigenden Betrag (betreffend Betriebs-, Basis- und Riesterrenten) zudem 30%, maximal zusammen gute 200 € (die Hälfte des Hartz-IV-Regelsatzes) sollen auf die Grundsicherung ab 2018 nicht mehr angerechnet werden (geplant als § 82 Abs. 4 und 5 SGB XII n.F.). Die (Riester-)Rente aus allen Beiträgen, Zulagen und den Erträgen darauf ist komplett – zu 100 % - steuerpflichtig, womit sich der Fiskus die Zulagen mindestens teilweise wieder zurückholen kann. Spätrückkehrer aus der Privaten Krankenversicherung zahlen daraus dann noch als freiwillig versicherte Rentner den vollen Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeitrag.

Effizienz vor Effektivität?

Bei der Altersvorsorge stellt sich allerdings erst dann die Frage, ob sie sich lohnt, wenn man das individuell erforderliche Minimum an Alterseinkünften schon sicher hat. Man sitzt ja auch im Winter nicht im Kalten, weil 40 % der in die Ölheizung gesteckten Energie als Abluft verloren gehen und die Heizung bei 12 Grad Raumlufttemperatur effizienter betrieben werden kann. Wenn man im Alter schon darben muss, weil die Vorsorge nicht effektiv war, dann könnte man aber wenigstens stolz darauf sein, dass man dies mit minimalem Einsatz bei maximalem Verhältnis zwischen Ergebnis und Aufwand erreicht hat, und damit sehr effizient.

*von Dr. Johannes Fiala, PhD, RB, VB, MBA Finanzdienstleistungen (Univ.), MM (Univ.), Geprüfter Finanz- und Anlageberater (A.F.A.), Bankkaufmann (www.fiala.de)
und
Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverständiger für Versicherungsmathematik (Diethardt), Aktuar DAV, öffentlich bestellt und vereidigt von der IHK Frankfurt am Main für Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung (www.pkv-gutachter.de).