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P&R: für die Vermittler und Anleger war es ein Schock

Geschrieben von Dr. Duncker am . Veröffentlicht in Pressemappe

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Was heißt das für die Vermittler?

Ebenso wie die Anleger sind auch die Vermittler von P&R-Investments, die häufig auch selbst investiert sind, gut beraten, Ruhe zu bewahren. Beteiligen Sie sich nicht an Spekulationen – auch nicht gegenüber den eigenen Kunden. Und wenn das Vertrauen der Kunden in die Aussagen ihrer Vermittler aktuell belastet sein sollte: Verweisen Sie auf die Stellungnahme der vorläufigen Insolvenzverwalter und ihr erklärtes Ziel, Schäden für die Anleger zu vermeiden.

Viele sogenannte Anlegerschutzanwälte haben P&R längst als ein Betätigungsfeld mit lukrativem Mandatsaufkommen für sich identifiziert. Daher wird es aller Voraussicht nach nicht ausbleiben, dass Vermittler wegen angeblicher Aufklärungsfehler in Anspruch genommen werden. Ein möglicher Vorwurf könnte dahin gehen, die Vermittler hätten das vermeintlich schlechte Verhältnis zwischen Auszahlungen und vorhandenen Mitteln bei den P&R-Gesellschaften angeblich erkennen müssen. Die zentralen Weichenstellungen werden auch in diesen Fällen die Fragen markieren: Welche Informationen und Risikoaufklärung bekam der Kunde? Und waren die Produktunterlagen aus damaliger Sicht plausibel? Schließlich kann sich ein Anleger darauf verlassen, dass die ihm überlassenen Informationsmaterialien von dem Vermittler zuvor auf Plausibilität geprüft wurden. Diese Pflicht zur Plausibilitätsprüfung hat der BGH schon vor über 30 Jahren aus der Taufe gehoben (vgl. etwa BGH v. 04.03.1987, Az. IV a ZR 122/85; BGH v. 27.09.1988, Az: XI ZR 4/88), weit vor Start der FinVermV und anderer spezialgesetzlicher Aufklärungspflichten.

Es ist jedoch auch nicht Pflicht des Vermittlers, alle auch nur denkbaren weiteren Verläufe eines Investments vorherzuahnen und zu thematisieren. Auch ein Vermittler hat keine Glaskugel – und muss sie auch nicht haben. Auch in der Rechtsprechung gilt der Grundsatz, dass allein die Kenntnis bzw. die fahrlässige Nichtkenntnis zum Zeitpunkt der Vermittlung entscheidend ist; nachwirkende Pflichten aus dem Kundengespräch (etwa zum Hinweis auf veränderte Umstände nach Zeichnung eines Direktinvestments) gibt es grundsätzlich nicht.

Dos and Don’ts  für Vermittler

Obwohl die Sachlage derzeit noch völlig unklar ist, wenden sich Anleger schon jetzt an ihre Vermittler – entweder mit dem verständlichen Wunsch nach weiteren Informationen oder bereits mit der konkreten Forderung, den ihnen entstandenen Schaden auszugleichen. Dabei handelt es sich bei dem „Schaden“ zunächst nur um einen „gefühlten Schaden“, nicht um einen festgestellten wirtschaftlichen oder rechtlichen Schaden. Eine häufig anzutreffende und nachvollziehbare Reaktion der Vermittler, die mit einer derartigen Forderung konfrontiert werden, ist ein Ausdruck der Solidarität mit dem geschädigten Kunden („das konnte ja niemand ahnen; hätte ich dies damals gewusst…“), in der zugleich die eigene Erschütterung über die nun bekannten Umstände ausgedrückt wird – verbunden mit dem Hinweis auf das eigene Unverschulden.

Um für den späteren Verlauf keine haftungsrechtlichen Angriffspunkte zur erzeugen, andererseits aber auch die gerade in dieser Zeit wichtige Kommunikation zum Kunden aufrechtzuerhalten, sollten die Vermittler folgende Punkte beherzigen: