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Abschaffung der Courtage

Geschrieben von Dr. Fiala am . Veröffentlicht in Finanzen

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EU-Kommission und Bundesregierung

streben völlige Transparenz an

Offenlegung von Courtagen und Provisionen sind nur der Anfang. Bereits am 27.04.2007 hat das Bundesjustizministerium den Entwurf der "Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen" vorgelegt. 

Danach sollen Versicherungsvermittler

 

ihre Erfolgsvergütung in Euro und Cent vor dem Vertragsschluss ausweisen müssen. Zunächst sollen davon nur Lebensversicherungen, Berufsunfähigkeit- und Unfallversicherungen betroffen sein. Sachversicherungen und private Krankenversicherungen bleiben zunächst außen vor. Ein Versicherungsverband hat diesem Vorschlag offenbar fast nichts entgegen gesetzt, sieht man einmal davon ab, dass ein prozentualer Ausweis gefordert wird doch auch der birgt die Gefahr der Intransparenz.

Staatsanwalt verklagt Versicherungsmakler

Im Oktober 2004 verklagte der New Yorker Generalstaatsanwalt Spitzer den Weltgrößten Versicherungsvermittler Marsh & McLennan wegen Provisionsschneiderei. Sein Vorwurf: Statt des besten Angebotes für die Kunden auszuwählen, habe sich der unredliche Versicherungsmakler nach der Provisionshöhe gerichtet. Auch über Verschleierung der Provisionshöhe berichtete die Tagespresse. Als Beweis für Unlauterkeiten dienten auch eingeholte Scheinangebote, wie u.a. DIE ZEIT berichtete. 

Abschaffung von Provision und Courtage in Europa

 

Der Interessenkonflikt des Versicherungsvermittlers rührt insbesondere durch das System, wonach der Vermittler seinen Lohn vom Versicherungsunternehmen erhält. In Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark wurde nach einer Affäre um Kartellabsprachen die Provision bzw. Courtage als Vergütungsmodell bereits gesetzlich abgeschafft. 

Folge war, dass rund 50% der Versicherungsmakler

 

die Tätigkeit einstellten. Darüber berichtete jüngst Dr. Marc Surminski (Sohn des Ombudsmannes für die private Krankenversicherung) in der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfW, 8/2007, S. 240 f.).

Trend zur Transparenz von der Verteilung

der Courtagen bis zur Abschaffung. Auch in anderen europäischen Ländern steht die Courtage bereits zur Disposition. Ergriffene oder bevorstehende Konsequenzen reichen von der Verteilung der Courtagen bei Lebensversicherungen auf 10 Jahre bis hin zur totalen Abschaffung. Auch der im Januar 2007 veröffentlichte Bericht der EU-Kommission führt dazu, dass in Europa die Abschaffung von Courtagen und Provisionen auf der Agenda steht. Der Versicherungsvermittler befindet sich allein deshalb in einem Interessenkonflikt, weil er seine Vergütung vom Versicherer bekommt und damit, so der Eindruck der EU-Kommission, wird der Wettbewerb (z.B. über Nettopolicen und transparente Vergütung direkt vom Kunden) behindert. Bereits heute stellt sich die Frage, ob das Provisionsabgabeverbot noch mit der Rechtslage in Europa vereinbar ist.