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Juristischer Schleuderkurs

Geschrieben von Doris Dübbert am . Veröffentlicht in Finanzen

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Ob auch ein Frontalaufprall

mit nur geringer Geschwindigkeit ein Halswirbel-Schleudertrauma verursachen kann und entsprechende Schadenersatz-Forderungen gerechtfertigt sind, hatte vor kurzem der Bundesgerichtshof zu entscheiden.

Juristischer Schleuderkurs

Auch bei einer Frontalkollision mit geringer Geschwindigkeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Autofahrer ein Halswirbel-Schleudertrauma erleidet. Es kommt allerdings auf die Umstände des Einzelfalls an. Dessen Beurteilung bleibt im Streitfall den Gerichten überlassen.

Das hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 8. Juli 2008 entschieden (Az.: VI ZR 274/07).

Schleudertrauma

Eine Autofahrerin befuhr eine Vorfahrtsstraße, als ihr ein von einem Parkplatz kommender Pkw die Vorfahrt nahm. Trotz Vollbremsung und einer geringen Geschwindigkeit war ein Zusammenstoß nicht zu vermeiden.

Zwei Tage nach dem Unfall suchte die Autofahrerin ihren Arzt auf. Sie klagte über Nacken- und Kopfschmerzen und konnte ihren Kopf nur eingeschränkt bewegen. Der Arzt verordnete ihr daraufhin Tabletten.

Als die Beschwerden auch knapp zwei Wochen nach dem Unfall nicht nachließen, schrieb er seine Patientin krank und verordnete eine physiotherapeutische Behandlung.

Der Arbeitgeber der im öffentlichen Dienst beschäftigten Frau erbrachte hierfür Heilfürsorgeleistungen und zahlte während ihrer Arbeitsunfähigkeit die Dienstbezüge weiter. Er behauptete, dass seine Mitarbeiterin bei dem Verkehrsunfall ein HWS-Schleudertrauma erlitten habe und forderte den Versicherer des Unfallverursachers dazu auf, die entstandenen Kosten zu ersetzen.

Keine unfallbedingten Beschwerden?

Doch dieser stellte sich stur. Der Versicherer hielt es nämlich angesichts der geringen Aufprallgeschwindigkeit sowie der Tatsache, dass es sich um einen Frontalaufprall gehandelt hatte, für unmöglich, dass die Beschwerden der Mitarbeiterin des Klägers auf den Unfall zurückzuführen waren.

Die Sache landete letztlich vor dem Bundesgerichtshof. Wie schon in den Vorinstanzen erlitt der Versicherer auch dort eine Niederlage.

Allein der Umstand, dass es bei einem Unfall zu einer geringen kollisionsbedingten Geschwindigkeits-Änderung gekommen ist, schließt die Möglichkeit eines HWS-Schleudertraumas nach Überzeugung des Gerichts nicht aus. Das gilt auch dann, wenn es sich um einen Front- und nicht um einen Heckaufprall handelt.

Keine Zweifel an Aussage des behandelnden Arztes

Bei der Prüfung der Ursache für das behauptete unfallbedingt Schleudertrauma kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an. Kommt es zum Streit, so hat ein Gericht über den Wahrheitsgehalt zu befinden.

Dabei ist das Gericht nicht dazu verpflichtet, ein unfallanalytisches Gutachten einzuholen. Bei ihrer Entscheidung können sich die Richter auch auf die Aussagen des behandelnden Arztes sowie der Verletzten stützen.

In der zu entscheidenden Sache war die Autofahrerin vor ihrem Unfall nachweislich beschwerdefrei. Da sie sich bereits zwei Tage nach dem Unfall zum Arzt begab und dieser ihr eine eingeschränkte Rotation der Halswirbelsäule bestätigte, hatte das Gericht keinen Zweifel daran, dass es sich um unfallbedingt Beschwerden gehandelt hat.

Nach all dem wurde der Versicherer des Unfallverursachers letztinstanzlich dazu verurteilt, die Aufwendungen des klagenden Arbeitgebers zu erstatten. (verpd)

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