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P&R: für die Vermittler und Anleger war es ein Schock

Geschrieben von Dr. Duncker am . Veröffentlicht in Pressemappe

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Ursache für die Insolvenzen?

Bereits vor zwei Jahren wurde zwar über die starke Abhängigkeit des P&R-Konzeptes vom Neugeschäft unter anderem im Blog des Herrn Stefan Loipfinger investmentcheck.de berichtet. P&R wies diese Vorwürfe aber stets zurück – es gebe genügend Rücklagen und Liquidität. Auch soll das Neugeschäft, das 2013 noch geboomt hatte, angeblich im Jahr 2014 um 40% eingebrochen sein.

Seither sollen die P&R-Gesellschaften mutmaßlich mehr Mietzahlungen an die Anleger ausgezahlt haben, als sie über das Neugeschäft und die Vermietungen vereinnahmt haben sollen. Teilweise wird auch vermutet, dass der über die Gesellschaft P&R Equipment & Finance Corp. (ansässig in Zug in der Schweiz) abgewickelte Zahlungsverkehr in den letzten Monaten angeblich ins Stocken geraten bzw. schließlich gänzlich gestoppt sein soll.

Ob diese Aussagen zutreffen und jetzt zur Insolvenz der Gesellschaften geführt haben, ist unklar. Aussagekräftige Stellungnahmen der P&R-Verantwortlichen zu den Gründen der Insolvenz gibt es nicht. Die Gründe für die Insolvenzen sind derzeit noch Gegenstand von Spekulationen. Die Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit müssen die Insolvenzverwalter nun ermitteln. Das mag für viele Anleger und Vermittler, die händeringend nach Antworten suchen, unbefriedigend sein – es ist aber der aktuelle Stand. Fakt ist auch: Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, über angebliche Totalverluste für die Anleger zu spekulieren.

Fortführung der Geschäfte durch die Insolvenzverwalter – Ruhe bewahren!

Herr Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH. Herr Rechtsanwalt Dr. jur. Philip Heinke wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R Container Leasing GmbH bestellt. Die Insolvenzverwalter werden nun prüfen, warum es zu den Insolvenzanträgen kam. Die Insolvenzverwalter sind von der bisherigen Geschäftsführung der Gesellschaften absolut unabhängig. Ihr Auftrag ist es, den Sachverhalt zu ermitteln und die Interessen der Gläubiger zu wahren.

Die beiden vorläufigen Insolvenzverwalter haben ihre Prioritäten schon klar geäußert  und in ihren jüngst veröffentlichten Informationsschreiben zu Recht darum gebeten, nicht in Panik verfallen:

„Neben der Bestandsaufnahme hat für uns Priorität, die erheblichen Mittelzuflüsse aus der fortlaufenden Container-Vermietung für die Anleger und Gläubiger der insolventen Gesellschaften zu sichern. Aus diesem Grund soll auch der Betrieb der Gesellschaften weltweit fortgeführt werden, um Einnahmen zu erzielen. Wir haben Verständnis für die schwierige Lage der Anleger, bitten aber zugleich darum Ruhe zu bewahren.

Eine eigene Verwertung der Container durch die Anleger macht wirtschaftlich keinen Sinn, schon weil mit den Containern langfristige Mieteinnahmen erzielt werden sollen. Unabhängig von der rechtlichen Bewertung, ist eine Einzelverwertung am Markt durch die Anleger auch faktisch gar nicht möglich. Auch können Container, die auf der ganzen Welt im Einsatz sind, schon aus tatsächlichen und aus Kostengründen von den Anlegern nicht einfach abgeholt werden. Jeder Versuch in diese Richtung würde erheblichen Schaden anrichten, der bis zum Totalverlust gehen kann, und damit den Interessen der Anleger zuwiderlaufen.

Wir werden im Rahmen der Fortführung alles tun, was möglich ist, um solche Schäden zu vermeiden, das Vermögen zunächst zu sichern, und dann zu entscheiden, wie eine Verwertung erfolgt. Unser Ziel ist es, die berechtigen Ansprüche der Anleger nach den gesetzlichen Vorgaben bestmöglich zu befriedigen.“

Zugegeben: Das erste Statement der vorläufigen Insolvenzverwalter enthält keine Begründung dafür, warum die Gesellschaften sich in der Insolvenz befinden. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch zu viel verlangt. Es erteilt aber auch all denjenigen, die nun Panik machen und Anlegern zu konkreten Maßnahmen drängen wollen, eine klare Absage.
Wer heute – ob als Vermittler oder Anwalt – P&R-Käufern gleichwohl rät, auf eigene Faust aktiv zu werden und Container zu verkaufen, wird sich morgen fragen lassen müssen, ob nicht gerade diese Empfehlung die falsche war.